Traumatische Schleimzyste K13.4

Zuletzt aktualisiert am: 02.10.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Extravasationsmukozele; Granulom der Mundschleimhaut; Mucous cyst of oral mucosa; mukoide Zyste; Mukozele; Oral mucocele; Schleimhautgranulom; Schleimretentionszyste traumatische; Schleimspeichelgranulom; Schleimzyste traumatische; Traumatische Schleimdrüsenzyste; Traumatische Schleimretentionszyste

Definition

Nach Ruptur eines Speicheldrüsenausführungsganges entstehende, meist solitäre, nur im Ausnahmefall auch multipel auftretende, glasige, weiche, meist schmerzlose Pseudozyste mit nachfolgender Ausbildung eines Fremdkörpergranuloms.

Ätiopathogenese

Meist Verletzung einer Speicheldrüse bei Bissverletzung  oder sonstigem Trauma der  Mundschleimhaut. Hierdurch Bildung einer Extravasationsmukozele mit einer pseudozystischen granulomatösen Reaktion auf die in das Gewebe ausgetretenen Schleimparavasate (Extravasations-Typ).

Seltener sind Schleimretentionen durch Verlegung des Drüsenausgführungsganges (Retentions-Typ).  

Manifestation

In klinischen Studien wird das Manifestationsalter zwischen 15-40 Jahre angegeben. Es gibt keine Geschlechtsunterschiede.

Lokalisation

Vor allem Lippenschleimhaut (meist Unterlippe etwa 35%), auch Wangenschleimhaut oder ventraler Zungenrand (etwa 25%) sind befallen.

Klinisches Bild

Ganz überwiegend plötzlich auftretendes, einzähliges, selten mehrzähliges, rötlich-bläuliches, glasiges, weiches, halbkugeliges, etwa 0,5-1,5 cm großes, protuberierende, glasig hell, aber auch bläulich erscheinendes, meist schmerzloses  Knötchen, das von einer normalen Schleimhaut überzogen ist.

Histologie

Mit mukoider Substanz angefüllte, von einer bindegewebigen Pseudokapsel umgebene Zyste (Pseudozyste) mit peripherer Ausbildung eines Fremdkörpergranuloms mit muzinspeichernden PAS-positiven Makrophagen. Eine oberflächliche subepitheliale Extravasation kann zur Imitation einer blasenbildende Erkrankung führen.

Therapie

Ggf. Exzision.

Verlauf/Prognose

Schleimgranulome bilden sich i.A. nach einigen Wochen wieder zurück. Ausnahmsweise können sie sich auch in permanente feste, meist gestielte Knötchen (Papillome - s. u. Papillom) umwandeln, die beim Kauakt störend wirken können.    

Hinweis(e)

Schleimzysten des Mundbodens werden als Ranula bezeichnet. Hierbei handelt es sich am eine Retenzionsmukozele der Sublingualdrüse.

Literatur
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  1. Arendorf TM, van Wyk CW The association between perioral injury and mucoceles. Int J Oral Surg 10: 328-332
  2. Baurmash HD (2003) Mucoceles and ranulas. J Oral Maxillofac Surg 61: 369-378
  3. Garcia-F-Villalta MJ (2002) Superficial mucoceles and lichenoid graft versus host disease: report of three cases. Acta Derm Venereol 82: 453-455
  4. Israel M (1996) Use of the CO2 laser in soft tissue and periodontal surgery. Pract Periodontics Aesthet Dent 6: 57-64
  5. Kolomvos N et al. (2014)  Surgical treatment of oral and facial soft tissue cystic lesions in children. A
    retrospective analysis of 60 consecutive cases with literature review. J Craniomaxillofac Surg 42:392-396
  6. Lattanand A et al. (1970) Mucous cyst (mucocele). A clinicopathologic and histochemical study. Arch Dermatol 101: 673-678
  7. More CB et al. (2015)  Oral mucocele: A clinical andhistopathological study. J Oral Maxillofac Pathol 18 (Suppl 1): 72-77
  8. Porter SR et al. (1998) Multiple salivary mucoceles in a young boy. Int J Paediatr Dent 8: 149-151

Weiterführende Artikel (5)

Exzision; Fremdkörpergranulom; Papillom; Pseudozyste; Ranula;

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