Tinea inguinalis B35.6

Zuletzt aktualisiert am: 07.11.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Eccema marginatum Hebra; Epidermophytia inguinalis; Jockey itch; Ringworm of the groin

Erstbeschreiber

Hebra, 1860

Definition

Variante der Tinea corporis mit Sitz im Inguinalbereich.

Erreger

Meist T. rubrumT. mentagrophytes und seltener E. floccosum.

Vorkommen/Epidemiologie

Männer erkranken häufiger als Frauen.

Ätiopathogenese

Direkte oder indirekte Übertragung von Mensch zu Mensch, Autoinokulation bei gleichzeitig bestehender Tinea pedum.

Manifestation

Vor allem Männer sind befallen.

Lokalisation

V.a. Oberschenkelinnenseiten und Skrotum sind befallen, nicht selten folgt die Ausbreitung auf Damm und Gesäßregion.

Klinisches Bild

S.a. Tinea corporis und Tinea intertriginosa. Scharf begrezte, meist marginierte, wenig bis mäßig groblammelläre schuppende und juckende rote Plaques.   

Diagnose

Pilznachweis im Nativpräparat und in der Kultur, s.a. Mykosen. Im Zweifelsfall auch histologischer oder molekularbiologischer Nachweis.

Differentialdiagnose

Erythrasma: Keine Randbetonung der Herde. Nur geringer Juckreiz. Ziegelrote Fluoreszenz im Wood-Licht

Intertrigo: Mykologische Diagnostik neg. Hochrote, meist scharf begrenzte (Satelittenherde weisen auf eine intertriginöse Candidose oder auf ein kontaktallergisches Ekzem hin), großflächige, juckende oder schmerzende Erosionen, Flecken oder erosive Plaques sowie häufig auch Rhagadenbildung in den Körperfalten. Ein unangenehmer süßlicher Fötor weist auf eine bakterielle Superinfektion hin.

Psoriasis inversa: scharf begrenzte, gehäuft juckende, meist mazerierte, rote, vollausgefüllte 5,0 - 10,0 cm große oder größere, Flecken oder sehr flache manchmal nässende Plaques; keine prominenten Randbetonung (DD Tinea intertriginosa); keine Satelittenherde (wie bei einer Candidose), keine zentrale Abheilungsmuster.

Intertriginöse Candidose: Mazerative Dermatitis, typische Satelittenherde.

Pemphigus chronicus benignus familiaris Initial solitäre oder gruppierte, längliche Bläschen oder Blasen, ausgeprägter Juckreiz oder Brennen. Durch Konfluenz Ausbildung juckender, geröteter, von schmierigen Schuppenkrusten bedeckter, rundlicher, ovaler oder zirzinärer, meist scharf begrenzter Plaques mit typischen quer verlaufenden Fissuren. Oft Sekundärinfektionen (z.B. mit Candida). Nikolski-Phänomen I und Nikolski-Phänomen II sind positiv.

Therapie

Externe antimykotische Therapie. S.u. Tinea.

Literatur
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  1. Seebacher C et al. (2007) Tinea der freien Haut. J Dtsch Dermatol Ges 11: 921-926
  2. Nenoff P et al. (2014) Mykologie-ein Update Teil 2: Dermatomykosen: Klinisches Bild und Diagnostik. JJDG 12: 749-778

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