Tinea imbricata B35.50

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

chinesische Flechte; Flechte orientalische; Gugo; Herpes farinosus; indische Flechte; orientalische Flechte; Scaly Ringworm; Tamana; Tinea circinata tropicalis; Tokelau; Trichophytia corporis superficialis; Trichophytia corporis superficialis imbricata

Erstbeschreiber

William Dampier, 1789 (Insel Mindanao/Philippinen)

Definition

Sonderform der Tinea corporis superficialis mit typischen kokardenartigen Herden. "Imbricata" leitet sich von dem lateinischen Begriff "imbrex" = überlappende Dachziegel ab.

Erreger

Trichophyton concentricum (anthropophiler Pilz, der typischerweise Haare und Nägel ausspart).

Vorkommen/Epidemiologie

V.a. in tropischen Regionen vorkommend, insbes. in Afrika, Südamerika oder Asien (insbes. Vietnam).

Ätiopathogenese

Vermutet wird v.a. eine genetisch veranlagte gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber T. concentricum (hereditärer Defekt der Zell-vermittelten Immunität).

Manifestation

Eine Infektion erfolgt häufig in der Kindheit. Bislang existieren keine Berichte über Fälle vor dem zweiten Lebensjahr.

Lokalisation

V.a. am Stamm lokalisiert. Palmae und Plantae bleiben meist frei.

Klinisches Bild

Bräunliche, peripher migrierende, sehr lockere, kaum anhaftende, schuppende, juckende, anuläre Hautveränderungen. Kaum oder kein Erythem. Ältere Läsionen zeigen Zeichen der Lichenifikation und jucken meist weniger stark als frische Läsionen.

Diagnose

Pilznachweis: Kalilaugen-Nativpräparat, Perjodsäure-Schiff-Färbung (PAS) im histologischen Präparat, kulturelle Erregeridentifizierung (weiß-gelbliche Kolonien mit puderartigem Randwall und brauner Unterseite).

Therapie

Griseofulvin 2mal/Tag 500 mg über 4 Wochen und Terbinafin 1mal/Tag 250 mg über 4 Wochen sind effektiv und sicher in der Therapie der T. imbricata. Der Therapieerfolg überdauert mindestens 8 Wochen. Mit Griseofulvin ist somit eine effektive und kostengünstige Therapie gegeben. Itraconazol 200 mg/Tag p.o. über 1 Woche kann als Alternative gesehen werden.

Verlauf/Prognose

Spontanremissionen sind selten.

Literatur
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  1. Budimulja U (1994) A double-blind, randomized, startified controlled study of the treatment of tinea imbricata with oral terbinafine or itraconazole. Br J Dermatol 130: 29-31
  2. Halde C et al. (1965) Tinea imbricata treated with griseofulvin. Am J Trop Med Hyg 14: 1062-1065
  3. Wingfield AB et al. (2004) Treatment of tinea imbricata: a randomized clincal trial using griseofulvin, terbinafine, itraconazole and fluconazole. Br J Derm 150: 119-126

Disclaimer

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