Temoporfin

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

meta-Tetrahydroxyphenylchlorin; mTHPC

Definition

Temoporfin ist ein lichtsensibilisierendes Porphyrinderivat mit einem starken Absorptionsmaximum im Infrarotspektrum bei 652 nm.

Wirkungen

Bildung von Singulett-Sauerstoff in den bestrahlten Zellen, der zum Zelltod führt. Zwingend erforderlich ist eine Abschirmung der benachbarten Gewebe.

Indikation

Zugelassen für palliative Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopf- oder Halsbereiches bei Versagen von Vortherapien sowie Unzugänglichkeit für Radiotherapie, chirurgische Exzision oder systemische Chemotherapie.

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine ausreichenden Daten über Anwendung in der Schwangerschaft. Sollte während der Schwangerschaft nicht verordnet werden.

Dosierung und Art der Anwendung

Intravenöse Injektion von 0,15 mg/kg KG Temoporfin. 96 Std. post injektionem erfolgt Bestrahlung durch Laserlicht der Wellenlänge 652 nm mit einer Dosis von 20 J/cm2. Bei einer Strahlungsleistung von 100 mW/cm2 ergibt sich eine Bestrahlungsdauer von ca. 200 Sekunden.

Unerwünschte Wirkungen

Lokale Schmerzhaftigkeit; allergische Reaktionen auf Porphyrine.

Kontraindikation

  • Porphyrie
  • Lichtdermatosen
  • Tumorerosion in große Blutgefäße hinein.
  • Parallel durchgeführte Behandlung mit Photochemotherapie.
  • Ophthalmologische Erkrankungen die Spaltlampenuntersuchungen innerhalb von 30 Tagen nach Applikation von Temoporfin erfordern.
  • Allergische Reaktionen gegen Temoporfin oder andere Bestandteile des Präparates.

Präparate

Foscan Ampullen à 3.5 und 5 ml (1 ml entspricht 4 mg Temoporfin).

Hinweis(e)

Starke Photosensibilisierung. Schutz von Augen und Haut bis 2 Wochen (!) nach Behandlung zwingend erforderlich, dann stufenweise Anpassung an Licht.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Baas P (2001) Photodynamic therapy with meta-tetrahydroxyphenylchlorin for basal cell carcinoma: a phase I/II study. Br J Dermatol 145: 75-78
  2. Cramers P et al. (2003) Foscan uptake and tissue distribution in relation to photodynamic efficacy. Br J Cancer 88: 283-290
  3. Javaid B et al. (2002) Photodynamic therapy (PDT) for oesophageal dysplasia and early carcinoma with mTHPC (m-tetrahydroxyphenyl chlorin): a preliminary study. Lasers Med Sci 17: 51-56
  4. Jones HJ et al. (2003) Photodynamic therapy effect of m-THPC (Foscan((R))) in vivo: correlation with pharmacokinetics. Br J Cancer 89: 398-404
  5. Kubler AC et al. (2001) Treatment of squamous cell carcinoma of the lip using Foscan-mediated photodynamic therapy. Int J Oral Maxillofac Surg 30: 504-509
  6. Morris K Ray (2000) of light for treatment of head and neck cancer. Lancet Oncol 1: 10
  7. Schmidt C et al. (2003) Foscan - eine neue Möglichkeit für die photodynamische Therapie. Akt Dermatol 29: 155-156
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017