Tätowierung L81.82

Zuletzt aktualisiert am: 28.12.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Fremdkörpereinsprengung; Pulvertätowierungen; Tatauierung; Tätowierungen; Tattoo; Tattoos; Tatuierung

Definition

Exogen bedingte Einlagerung gefärbter Partikel in das Korium. Je nach Ätiologie unterscheidet man 2 Hauptgruppen:

Ätiopathogenese

Untersucht man den Ursprung und die Dynamik der kutanen Zellen (Makrophagen), die die Partikel von in Tätowierung enthaltenden Pigmenten einfangen und „aufbewahren“ so kann gezeigt werden, dass diese Zellen einem kontinuierlichen Lebenszeitzyklus unterliegen. D.h. die kutanen Pigmentpartikel durchleben einen kontinuierlichen Zyklus des „Einfangens, Freisetzen und wieder Einfangens“. Die Langlebigkeit und Ortstreue der farbgebenden Partikel unterliegen demnach einem dauernden zeitlichen Wechselspiel, das durch die Lebenszeit der Makrophagen bestimmt wird (Baranska et al. 2018). Trotzdem bleibt die Ortstreue der „Tätowierung“ bestehen. Die aus dieser Erkenntnis abzuleitenden Folgen von z.B. ausgedehnten Tätowierungen auf das Immunsystem des Körpers sind bisher völlig unbekannt.

Komplikation

Der von Kim und Mitarb. 2016 mitgeteilte Fall einer akuten Sarkoidose (Löfgren-Syndrom) unter einer kombinierten anti-CTLA-4 (Ipilimumab)/anti-PD1(Nivolumab) Therapie eines metastasierten Harnblasenkarzinoms, das sich primär in einem Tatoo manifestierte, belegt eine erhöhte Suszeptibilität der tätowierten Regionen.

Hinweis(e)

Der Terminus "Tätowierung" leitet sich aus dem tahitischen "ta tatau" ("schlagen")

Das gesundheitliche Risiko von Tattoos wird von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als gering eingestuft (Bundesinstitut für Riskobewertung). Es ist inzwischen bekannt, dass sich Farbpigmente als Nanopartikel dauerhaft in Lymphknoten ablagern.Die Pigmente können je nach chemischer Struktur z.B. durch Verunreinigung mit Metallen gesundheitsgefährdend sein. Über die "Zerschießung" der Farbpigmente durch Laser und deren Auswirkung ist ebenfalls wenig bekannt.    

Literatur
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  1. Baranska A et al. (2018) Unveiling skin macrophage dynamics explains both tattoo persistence and strenuous removal. J Exp Med 215:1115-1133. 
  2. Kim C et al.(2016) Systemic sarcoidosis first manifesting in a tattoo in the setting of immune checkpoint inhibition. BMJ Case Rep 26 pii: bcr2016216217
  3. www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten-zu-taetowieurungsmittel -187854.html

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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