Talaromyces marneffei - Mykose

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Mykose durch Talaromyces marneffei ; Systemmykose; Talaromycesmykose; Talaromyces-Mykose

Definition

Systemische Infektionskrankheit durch einen dimorphen Erreger (vormals Penicillium marneffei), die v.a. bei HIV-Infizierten eine potenziell tödliche Gefahr darstellt. Die Infektion ist in Südostasien die dritthäufigste oppertunistische Infektion bei HIV-Infizierten (nach Tuberkulose und Kryptokokkose). Mykosen durch Talaromyces marneffei gehören zu den AIDS-definierenden Erkrankungen.  

Erreger

Talaromyces marneffei (vormals Penicillium marneffei) ist ein dimorpher Erreger einer Systemmykose mit Befall von Lunge und anderen Organe. Die Haut ist bei etwa 75% der Fälle mitbeteiligt. Der Erreger ist endemisch in Südost-Asien; hier in Nord-Thailand, Süd-China, Hong Kong, Vietnam, Indonesien, Singapur und Myanmar. Das einzige bislang bekannte, natürliche Reservoir sind Bambusratten. Der Infektionsweg ist inhalativ aerogen; eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

 

Klinisches Bild

Bei Immunkompetenz klinisch inapparenter Verlauf. Vereinzelt sind Pneumonien bei Kindern ohne prädisponierendes Grundleiden bekannt geworden. Bei immunsupprimierten Personen (immunsuppressive Therapie,  HIV-Infektion) kann es über die Infektion der Lunge (Fieber, Atemnot, Hämoptysen) zur Dissemination mit Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, Anämie, Gewichtsverlust kommen. Hautveränderungen: Bei 2/3 dieser Patienten kommt es zur Hautmanifestation mit Mollusca contagiosa-ähnlichen Papeln, sowie Erosionen und Ulzerationen. Auch Mundschleimhautbefall mit flachen Papeln, Erosionen und Ulzera können hinzutreten. 

Histologie

Knotige Dermatitis mit epitheloidzelligen Granulomen. Bei PAS-Färbung Nachweis von intrazellulär gelegenen hefeähnlichen Pilzelementen.

Diagnose

Kultur: In Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik: kultureller Erregernachweis aus dem Respirationstrakt, aus Blutkulturen, Knochenmarksbiopsaten, Hautbiopsien u.a.; Talaromyces (Penicillium) marneffei ist auf herkömmlichen Pilznährböden innerhalb weniger Tage anzüchtbar.

 

 Serologie: Kommerzielle Verfahren zum Antigen- bzw. Antikörpernachweis stehen nicht zur Verfügung; ein Antikörpernachweis mittels Immundiffusion oder Western blot ist möglich und auch bei HIV-Infektion u.U. positiv.

Therapie

Gutes Ansprechen auf Amphotericin B (i.v.) Anschließend orale Erhaltungsdosis mit Itraconazol oder anderen Triazol-Antimykotika. Da es sich bei diesen Patienten nahezu ausschließlich um HIV-Infizierte handelt, ist eine antiretrovirale Therapie zwingend erforderlich.

Weiterführende Artikel (2)

Amphotericin B, liposomal; HIV-Infektion;

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017