Staphylokokken-Infekte

Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Staphylococcus; Traubenkokken

Definition

Bakteriengattung der Familie Micrococcaceae: Grampositive, unregelmäßig-traubenförmige Haufen bildende, aerobe, unbewegliche, kugelförmige Kokken. Die häufigsten Staphylokokken sind Staphylococcus aureus, S. epidermidis und S. saprophyticus.

Vorkommen/Epidemiologie

Verbreitete Kolonisation der Haut und des vorderen Rachenraumes (bis zu 25%; bei Krankenhauspersonal noch häufiger!) und der genitalen Schleimhäute (Vagina bis zu 10% aller Frauen in der Prämenopause).

Klinisches Bild

  • Lokalisierte Infektionen der Haut und Hautanhangsgebilde, z.B. Follikulitis, Furunkel, Karbunkel, Impetigo, Schweißdrüsenabszess, Hidradenitis suppurativa, Mastitis, Wundinfektionen.
  • Überlagernde Kolonisation bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. atopisches Ekzem). Hohe (> 80%) Besiedlungsdichte in der Nasenschleimhaut und auf nässenden Arealen). Bildung von Antikörpern der Klasse IgG und IgE gegen exfoliative Toxine von Staphylokokkus aureus.
  • Weiterhin Bakteriämie und Sepsis als Folge einer lokalen Infektion, Endokarditis (zweithäufigster Keim bei bakterieller Endokarditis), Pneumonie, Osteomyelitis.
  • Staphylokokkentoxin-vermittelte Krankheitsbilder:
    • Staphylococcal Scalded Skin Syndrome: Infektion mit Staph. aureus, meist Phagentyp 71, dessen Exotoxin (Epidermolysin) die typischen exfoliativen Hautveränderungen auslöst.
    • Staphylokokken-Scharlach: Bei älteren Kindern verbleiben die exfoliativen Hautveränderungen des "staphylogenen Lyell" im Stadium des Exanthems. Möglicherweise ist dies auf eine Teilimmunität durch protektive Anti-Epidermolysin-Antikörper zurückzuführen.
    • Schock-Syndrom, toxisches: Durch das von bestimmten Staph. aureus-Stämmen gebildete Exotoxin TSST-1 ausgelöstes Krankheitsbild mit scharlachähnlichen Hauterscheinungen, Schocksymptomatik und multiplen Organsymptomen. Vor allem bei jungen Frauen auftretend, die Tampons benutzen.
    • Lebensmittelvergiftung: Erkrankung durch Bildung hitzelabiler Enterotoxine mit kurzer Inkubationszeit (4-6 Std.) mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe. Zumeist selbstlimitiert.

Therapie

Hinweis(e)

Merke! Zunehmendes Problem: MRSA!

  • Staphylokokkus aureus wird u.a. für eine Exazerbation eines atopischen Ekzems verantwortlich gemacht. Nach einer brasilianischen Studie soll eine Schmalband UVB-Therapie die Staphylokokkus aureus-Besiedelung auf der Haut deutlich reduzieren.
  • Ein topisch zu applizierendes Antibiotikum mit Wirksamkeit gegen MRSA ist Retapamulin (Altargo).

Literatur
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  1. Rittenhouse S et al. (2006) Selection of retapamulin, a novel pleuromutilin for topical use. Antimicrob Agents Chemother 50:3882-3885
  2. Silva SH et al. (2006) Influence of narrow-band UVB phototherapy on cutaneous microbiota of children with atopic dermatitis. J Eur Acad Dermatol Venereol 20: 1114-1120

Autoren

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