St. Louis-Enzephalitis A83.4

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

St. Louis encephalitis

Erstbeschreiber

Webster, 1936

Definition

Virus-Encephalitis (Arbovirose), die durch das St. Louis-Enzephalitis-Virus verursacht wird.

Erreger

  • St. Louis-Enzephalitis-Viurus, zu der Familie der Flaviviridae gehörend, aus der Sondergruppe mit Japanischer Enzephalitis, Murray-Valley-Enzephalitis, West-Nil-Fieber und Ilheus-Fieber.
  • Übertragung durch Mücken (Culex- und Aedesarten).

Vorkommen/Epidemiologie

  • Hauptverbreitungsort: Nordamerika (Oststaaten: urban; Weststaaten: rural); in Gebieten mit Bewässerungswirtschaft bzw. permanenten Überflutungszonen. Auch in Süd- und Mittelamerika Virus ist das Virus isoliert worden, allerdings ohne vergleichbare epidemiologische und menschliche Bedeutung wie in Nordamerika.
  • Wirte sind Vögel und Fledermäuse. Der Mensch ist Fehlwirt.
  • Zwischen 1960 und 2005 wurden in den USA ca. 5000 Fälle registriert.

Manifestation

Vorwiegend sind ältere Menschen mit schwerem Verlauf und hoher Letalität (22%) betroffen.

Klinisches Bild

  • Inkubationszeit: 4-21 Tage.
  • Inapperente und milde Verläufe sind häufig. Nicht selten sind die Symptome auf Kopfschmerzen und leichtes Fieber beschränkt.
  • Schwere Verläufe: hohes Fieber, Lymphadenopathie, Meningismus, Desorientiertheit, Tremor, Krampfanfälle (insbes. bei Kindern), Tremor, spastische oder schlaffe Lähmungen.

Diagnose

  • Virusanzüchtung.
  • Virus-DNA-Nachweis: RT-PCR.
  • Antigennachweis (Immunfluoreszenzmikroskopie) in Liquor und Urin.
  • Antikörpernachweis (ELISA) im Liquor und Serum.

Komplikation

  • Bei älteren Menschen hohe Letalität von 22%.
  • Abheilung mit neurologischen Residuen wie Gang- und Sprachstörungen möglich.
  • Häufig auftretende Komplikationen bei älteren Menschen: Herz, Kreislauf und Lunge.

Therapie

Symptomatisch.

Prophylaxe

Mückenschutz und -bekämpfung.

Literatur
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  1. Reisen W, Brault AC (2007) West Nile virus in North America: perspectives on epidemiology and intervention. Pest Manag Sci 63: 641-646
  2. Reisen WK (2003) Epidemiology of St. Louis encephalitis virus. Adv Virus Res 61: 139-183

Disclaimer

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