Spätsyphilis A52.-

Zuletzt aktualisiert am: 27.05.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Syphilis

Erstbeschreiber

Leonicenus (Leonicus), 1497

Definition

Weltweit verbreitete, bakterielle Geschlechtskrankheit (Meldepflicht) mit typischem, chronischen, systemischen Verlauf. Die Spätsyphilis wird als Infektionskrankheit > 1 Jahr definiert.

Etwa 15-20% der unbehandelten (dies ist in den Industrieländern nicht mehr zu erwarten) entwickeln 2-40 Jahre nach der Infektion eine Tertiär-oder Spätsyphilis. Diese ist geknnzeichnet durch destruierende syphilitische Granulome die praktisch in jedem Organ auftreten können. Sie werden  bei Unkenntnis der zugrundeliegenden Diagnose häufig als Malignome fehlgedeutet. Die Granulome sind erregerarm, daher nicht mehr kontagiös und heilen narbig ab.     

 

Vorkommen/Epidemiologie

  • Weltweit verbreitet. Endemisch in einigen Gegenden Osteuropas (insbes. ehemalige GUS-Staaten).
  • Inzidenz (Deutschland): 3,6/100.000 Einwohner/Jahr. Gehäuft bei homosexuellen Männern. S.a. Slamming.
  • Bis zu 15% der Infizierten in Deutschland leiden gleichzeitig unter einer HIV-Infektion, bis zu 80% der HIV-Infizierten sind TPHA-positiv (kein wesentlicher Unterschied im klinischen Verlauf).

Klinisches Bild

Spätsyphilis (Syphilis III u. IV):

Syphilis III:

Therapie

Erwachsenene:

  • Benzathin-Penicillins G 2,4 Mio 3x i.m.(an den Tagen 1,8, und 15)
  • Alternativ (nur bei Penicillin-Allergie): Ceftriaxon 1,0g/Tag i.v. über 14 Tagen
  • Alternativ (nicht bei Schwangeren): Doxycyclin 100mg 2x/Tag p.o. über 28 Tage.

Kinder:

  • Wie bei Ewachsenen mit angepasster Benzathin-Penicillin G-Dosis: 50.000IU/kg/Applikation i.m. (maximal Erwachsenendosis von 2,4Mio IU pro Applikation) 

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

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