Skrotalekzem L30.86

Zuletzt aktualisiert am: 13.06.2016

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Ekzem Skrotalekzem

Definition

Polyätiologisches Ekzem der Skrotalhaut unterschiedlicher Genese. Häufig kumulativ-toxisch bedingt, seltener kontaktallergisch ausgelöst oder als Manifestationsform eines Lichen simplex chroncius auftretend. Nicht selten Minimalvariante eines atopischen Ekzems.

Klinisches Bild

Meist therapieresistentes chronisches Ekzem, das durch seinen manchmal quälenden Juckreiz auffällig wird (Hinweis: der Juckreiz führt zum Arzt!). Der Juckreiz wird insbesonder durch Stresssituationen oder bei langem Sistzen in unbequemer engliegender Bekleidung verstärkt. Derartige Situationen können sich in beobachteter zivilisierter Umgebung, in der sich man sich Kratzen nicht leisten kann zu einem quälenden Juckreizszenario aufschaukeln.       

Differentialdiagnose

Candidose; Hautveränderungen im Rahmen einer Psoriasis vulgaris; Pruritus sine materia.

Therapie

Meiden bzw. Reduktion der einwirkenden Kontaktnoxen. Topische Glukokortikoide: keine hoch potenten topischen Glukokortikoide anwenden sowie keine langfristige Anwendung und keine Anwendung unter Okklusion! Seifen und Waschmittel weglassen, Reinigung mit Öl-haltigen Bädern (Balneum Hermal, Balmandol, Linola Fett Ölbad). Behandlung mit rückfettenden Externa in verträglicher Grundlage (Alfason repair, Linola Fett, Vaselinum alb., Excipial Mandelölsalbe), ggf. Zusatz von 2-10% Harnstoff (z.B. Eucerin Urea, Basodexan). Alternativ Dexpanthenol-Creme (z.B. Bepanthen Creme). In Deutschland zugelassen ist Zarzenda Creme (international bekannt als Atopiclair). Hierbei handelt es sich um eine steroidfreie Multikomponenten-Creme mit stark juckreizlindernder, antientzündlicher Wirkung (2mal/Tag auftragen). Physiogel AI Creme bei Juckreiz kann ebenfalls versucht werden.

Hinweis(e)

Tacrolimus zur antipruritischen Therapie wurde in vereinzelten Fallberichten erfolgreich eingesetzt.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Ständer S et al. (2003) Antipruritic effects of pimecrolimus and tacrolimus. Hautarzt 54: 413-417

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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