Skorbut E54.x0

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Purpura bei C-Avitaminose; scurvy; vitamin C deficiency; Vitamin C-Mangel

Erstbeschreiber

Echthius, 1541; Woodall, 1637; Lind, 1753

Definition

Vitamin C-Mangelsyndrom mit Arthralgien, Verhornungsstörungen und Blutungsneigung bei Erwachsenen. Vitamin-C-Mangelerscheinungen sind bei eienm Spiegel von < 1,0 mg/l zu erwarten. Bei Kindern äußert sich der Vitamin-C-Mangel als Moeller-Barlow-Cheadlesche-Krankheit mit Gingivaveränderungen, leicht blutendem Zahnfleisch und Störungen der Dentition.

Manifestation

Skorbut ist in den Industrienationen eine eher in Vergessenheit geratene Erkrankung. Gefährdet sind Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Tumorpatienten unter Chemotherapie, sowie psychiatrische Patienten (Demenz, Anorexie, Alkoholabhängigkeit).

Lokalisation

Vor allem äußere Seite der Oberarme, Gesäßregion und Schienbeine sind bevorzugt befallen.

Klinisches Bild

  • Hautveränderungen: Follikuläre Keratosen mit korkenzieherartig gewundenen Haaren, perifollikulär angeordeneter hämorrhagischer Halo sowie hämorrhagische Papeln mit Hyperkeratosen (Folliculitis scorbutica haemorhagica) v.a. an den Unterschenkeln und Armstreckseiten, können auftreten. Ebenfalls vorhanden sind verzögerte Wundheilung und subunguale Splitterblutungen.
  • Schleimhautveränderungen: Typisch sind Gingivitis, Zahnfleischblutungen, Zahnausfall, nekrotische Ulzeration (Stomatitis scorbutica).
  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, vermehrte Reizbarkeit, allg. Krankheitsgefühl, blutungsbedingte Arthropathien, Kardiomyopathie.

Therapie

Der tägliche Bedarf an Vitamin C beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 50-100 mg. Bei relevanten Mangelerscheinungen erfolgt die Substitution von Vitamin C in einer Dosierung von 400-1000 mg/Tag i.v., i.m. oder p.o. Ansonsten symptomatische Therapie entsprechend der Klinik.

Hinweis(e)

Der Begriff Skorbut leitet sich vermutlich von "Scharbock" ab; Scharbockskraut besitzt einen hohen Gehalt an Vitamin C und wurde früher zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt.

Literatur
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  1. Barlow T (1883) On cases described as 'acute rickets' which are probably a combination of scurvy and rickets, the scurvy being essential, and rickets a variable element. Med Chir Trans (London) 66: 159-220
  2. Bohrer I et al (2007) Skorbut-eine zu Unrecht vergessene Hypovitamtinose. MMW 149: 41-43
  3. Chartier TK et al. (2003) Palpable purpura in an elderly man. Arch Dermatol 139: 1363-1368
  4. Cheung E et al. (2003) An epidemic of scurvy in Afghanistan: assessment and response. Food Nutr Bull 24: 247-255
  5. De Luna RH et al. (2003) Scurvy: an often forgotten cause of bleeding. Am J Hematol 74: 85-87
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  7. Hilty N et al. (1991) Skorbut bei Trisomie 21. Hautarzt 42: 464-466
  8. Lind J (1753) A treatise of the scurvy. Kincaid, Donaldson (eds.), Sands Murray Cochran, Edinburgh
  9. Moeller JOL (1859) Über akute Rachitis. Königsberger Med Jb I: 377
  10. Nguyen RT et al. (2003) Scurvy: a cutaneous clinical diagnosis. Australas J Dermatol 44: 48-51
  11. Pimentel L (2003) Scurvy: historical review and current diagnostic approach. Am J Emerg Med 21: 328-332
  12. Ratanachu-Ek S et al. (2003) Scurvy in pediatric patients: a review of 28 cases. J Med Assoc Thai 86 (Suppl 3): S734-740
  13. Woodall J (1637) The surgeon's mate, or military & domestique surgery. Young, Bourne, London, S. 160-176

Weiterführende Artikel (1)

Moeller-Barlow-Cheadlesche-Krankheit;

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