Scoresysteme

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Scoringsysteme

Definition

In der Medizin steht der Begriff für Messverfahren um Krankheitsverläufe zu erfassen und zu dokumentieren. Scoresysteme sind unverzichtbare Instrumente zur Umsetzung einer Evidenz-basierten (s.u. Evidenzlevel) Medizin mit Hilfe anerkannter Nachweise, auf der Grundlage der gegenwärtig besten wissenschaftlichen, objektivierbaren und überprüfbaren Belege (s.u. Leitlinien, Evidenz-basierte).

Allgemeine Information

  • Wie alle Messverfahren unterliegen auch Scoringsysteme verschiedenen Störeffekten und systematischen Fehlern, welche bekannt sein müssen. Hierzu gehören:
    • Reliabilität
    • Praktikabilität
    • Variabilität
    • spezielle Probleme die bei der Interpretation der Werte.
  • Der praktische Nutzen von Scoresystemen im klinischen Alltag ist derzeit noch strittig. Sie stellen ein potentielles Hilfsmittel für die Klassifizierung einer Krankheitsakuität dar, für deren Verlaufsbeurteilung, für die Evaluierung von Therapieverfahren sowie für die Qualitätskontrolle und -sicherung. Scoresysteme eignen sich grundsätzlich als Instrumente zur Kontrolle einer Therapie und ihrer Nebenwirkungen, z.b. bei Zytostatikatherapie (s.u. Common Toxicity Criteria).

Vorkommen

  • Speziell für dermatologische Fragestellungen genutzte Scoring-Systeme:
    • Autoimmune Bullous Skin Disorder Intensity Score (ABSIS)
    • Cutaneous Dermatomyositis Area And Severity Index (CDASI)
    • Common toxicity score ( Common Toxicity Criteria; CTS)
    • Dermatology Index of Diseases (DIDS)
    • Eczema Area and Severity Score (EASI)
    • Lupus Activity Criteria Count (LACC)
    • Psoriasis Area and Severity Index ( PASI)
    • Rodnan skin score (RSS) bei systemischer Sklerodermie
    • Systemic Lupus Erythematodes Disease Acitivity Index (SLEDAI)
    • Cutaneous Lupus Area And Severity Index (CLASI)
    • SCORAD.
  • Beispiele für in verschiedenen Bereichen der Medizin verwendete Soresysteme:
    • APACHE II ("Acute Physiology and Chronic Health Evaluation")
    • TISS ("Therapeutic Intervention and Severity Score"): therapieorientiertes Scoring-System auf Intensivstationen, das zur Ermittlung von DRGs mit intensivmedizinischer Kostenrelevanz angwendet wird
    • Apgar-Score zur Bewertung von Neugeborenen und Säuglingen
    • Duke-Score zur ergometrischen Diagnostik der koronaren Herzkrankheit KHK
    • Hasford-Score zur Beurteilung der Risikogruppe bei Leukämie
    • Injury Severity Score (ISS) zur Traumaklassifikation
    • Lipton-Score zur Einteilung bei Histiozytose X-Patienten.

Literatur
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  1. Gaines E et al. (2008) Development of outcome measures for autoimmune dermatoses. Arch Dermatol Res 300: 3-9
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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017