Schweninger, Ernst

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Biographische Angaben

(¤ 1850, † 1924) Dermatologe, tätig in Berlin, Großlichterfelde, München. Am 15. Juni 1850 in Freystadt/Oberpfalz geboren. Ernst Schweniger entstammte einer Arztfamilie, erhielt seine medizinische Ausbildung bei dem Pathologen v. Buhl in München. 1857 Promotion über das Thema: Enchondrom. 1875 dort Habilitation mit dem Thema: Über Transplantation und Implantation von Haaren. 1879 Unterbrechung seiner akademischen Laufbahn. Er wurde wegen „ Vergehens wieder die Sittlichkeit, begangen an einem öffentlichen Orte„ zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt. Er bat wenig später um Entpflichtung von der Funktion eines Privatdozenten an der Universität München. Schweninger ließ sich als praktischer Arzt in München nieder. 1882 übernahm er die Behandlung von Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815-1889), der zu jener Zeit am Rande eines „Nerven- und Gesundheitsbankrottes„ stand. Auf Initiative von Bismarcks wurde Schweninger 1884, gegen den Willen der Medizinischen Fakultät, zum außerordentlichen Professor an der Berliner Universität berufen. Damit verbunden war das Extraordinariat für Dermatologie. Sein Vorgänger, Georg Richard Lewin, wurde ab Oktober 1884 aus gesundheitlichen Gründen von der Leitung der Hauptabteilung entbunden. Gegen Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts entfremdete sich Schweninger immer mehr der Schulmedizin. 1900 Verzicht auf seine Professur in Berlin und Übernahme einer Inneren Abteilung am Krankenhaus in Groß-Lichterfelde, die er 1906 nach Querelen wiederum aufgab. 1906 verließ er endgültig Berlin und siedelte nach Pullach bei München über. Er verstarb am 13. Januar 1924.

Von den Veröffentlichungen Schweningers sind für das Fachgebiet Dermatologie die Arbeiten über den Herpes Zoster, über Atherome, über Gefäßektasien am unteren Rippenrand sowie einige Kasuistiken zu erwähnen. Zusammen mit seinem Assistenten Fausto Buzzi wissenschaftliche Arbeiten über Ulcera crurum, traumatische Epithelzysten. Erstbeschreibung des nach Schweninger und Buzzi benannten Krankheitsbildes der Anetodermie.

Literatur
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  1. Harnack, Klaus (2000) Die Hautklinik der Charité und die Dermatologie in Berlin (1710-1999). Berliner medizinische Verlagsanstalt GmbH S. 36-39

Weiterführende Artikel (2)

Anetodermie; Lewin, Georg Richard;

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