Schüttelmixtur

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Emulsions-Zinkoxidschüttelmixtur (NRF 11.49.); Ethanolhaltige Zinkoxidschüttelmixtur weiß oder hautfarben (NRF 11.3.); flüssige Suspension; Lotio; Lotio alba aquosa weiß DAC; Lotio alba spirituosa weiß oder hautfarben (NRF 11.3.); Lotio zinci weiche; Shake lotion; Zinkoxidschüttelmixtur DAC oder hautfarben (NRF 11.22.)

Definition

Äußerlich anzuwendende, flüssig-wässrige oder wässrig-alkoholische Zubereitungen mit suspendierten oder emulgierten Wirk- und Hilfsstoffen. Feststoffanteil ca. 50% (z.B. Zinkoxid, Talkum, Titandioxid), die mit dem Pinsel oder einem geeigneten Mullträger aufgetragen werden. Man unterscheidet:

  • Gewöhnliche Schüttelmixturen: Bestandteile: Puder, Wasser und Glycerol.
  • Ethanolhaltige Schüttelmixturen: Bestandteile: Puder, Wasser, Glycerol und Alkohol.
  • Emulgatorhaltige Schüttelmixturen: Puder, Wasser, Glycerol, Emulgator (z.B. emulgierender Cetylstearylalkohol), evtl. Lipide. Emulgatoren bewirken eine bessere Abwaschbarkeit und eine teilweise Wasserbindung in lamellären Emulgatorstrukturen.

Schüttelmixturen unterscheiden sich durch den unterschiedlichen Pudergehalt, je nach Rezeptur. Bei geringerem Puderanteil bilden Schüttelmixturen weniger Krusten auf der Haut. Glycerol verhindert das Verdunsten von Wasser aus der Schüttelmixtur und durchfeuchtet die Haut, indem es Wasser in der Hornschicht bindet.

Wirkungen

Kühlend, austrocknend, entzündungshemmend und Sekret aufsaugend, bei Anwesenheit von Zinkoxid ferner adstringierend. Erhöhung des Kühleffektes durch Zusatz von Ethanol (z.B. ethanolische Zinkoxidschüttelmixtur NRF). Der Zusatz eines Feuchthaltemittels (Glycerol, Propylenglykol oder Sorbitollösung) verbessert die Haftung der Puderkomponente auf der Haut. Als sedimentationsbehindernde Stabilisatoren dienen Bentonit oder Carmellose. Zinkschüttelmixtur erzeugt in der Zinkoxidschüttelmixtur DAC einen leicht basischen Effekt (pH 7 - 8).

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Indikation

Als Salbengrundlage bei großflächigen, entzündlichen, trockenen bis leicht nässenden Dermatosen, salbenempfindlicher, reizbarer Haut sowie beim Seborrhoiker.

Merke! Ein zu dickes Auftragen bewirkt Okklusion und Wärmestau und Verkrustung!

Hinweis(e)

Eine Lotio ist zu unterscheiden von einer " Lotion" worunter i.A. eine flüssige O/W Emulsion verstanden wird.

Literatur
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  1. Wolf G (2011) Die Problematik zu vieler Wirkstoffe. Hautarzt 62: 78-79

Tabellen

Puderanteil [%]

Wasser [%]

Glycerol 85% [%]

Ethanol [%]

Emulgator

Lipide [%]

Zinkoxidschüttelmixtur DAC

40

30

30

-

Ethanolhaltige Zinkschüttelmixtur (NRF 11.3.)

40

20

20

20 (90%ig)

Ethanolhaltige Zinkoxidschüttelmixtur (NRF 11.110.)

25

45

5

25 (90%ig)

Emulsionszinkschüttelmixtur NRF (11.49.)

36

25

18

18 (70%ig)

Anionisch

Zinkschüttelmixtur 25% NRF (11.109.)

25

55

-

Nichtionisch

1,5

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