Schimmelpilze

Zuletzt aktualisiert am: 24.04.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

molds; Moulds; Pilze; Schimmel

Definition

Überwiegend saprophytäre, seltener parasitäre Pilze. Hierzu gehören die Aspergillus-Arten, die Mukorazeen und die Geotrichen (s.u. Geotrichose). Ihre Rolle bei der Entstehung von Infektionen wird z.T. unterschiedlich bewertet. Auftreten häufig in Gesellschaft von Dermatophyten und Hefen. Seltenere Erreger von Nagelmykosen und Interdigitalmykosen. Bei Typ I-Sensibilisierung auf Schimmelpilze kann es zu rhino-konjunktivalen oder bronchialen Symptomen kommen. 

Cave! Genuss von Schimmelpilzkäse bei Penicillin-Allergie ist zu unterlassen.

S.a.u. CephalosporioseVerticillioseHemisporosePeyronellaeoseMyzetomChromomykoseschwarze Piedra.

Erreger

Heterogene Gruppe von filamentösen Pilzen (Fungi) zusammen, die in der Mehrzahl zu den taxonomischen Gruppen

  • der Ascomyceten (Schlauchpilze)
  •  und
  • Zygomyceten (Jochpilze)

gehören. Für die Klassifizierung der Pilze gelten im wesentlichen die gleichen Regeln wie für die Pflanzen. Natürliche Verwandtschaftsverhältnisse sollen die Grundlage einer Klassifikation darstellen. Systematische Einheiten helfen hierbei, eine Ordnung zu schaffen. Als Basis dient die Art (Species). Eine Spezies fasst morphologisch übereinstimmende, sexuell kompatible Individuen zusammen. Nahe verwandte Arten werden in einer Gattung (Genus) vereinigt. Der Gattungsname (z.B.: Aspergillus) ist immer dem Namen der Spezies (z.B.: niger) vorangestellt. Eine Spezies kann unter Umständen weiter unterteilt werden in Unterarten (Subspecies), Varietäten (var.), Formen (f.) und Rassen. Schimmelpilze wachsen bei Temperaturen von 0 bis 60°C, am schnellsten zwischen 20 und 25°C. Auf Lebensmitteln können Schimmelpilze auch bei Temperaturen bis zu −10 °C weiterwachsen. Schimmelpilze ernähren sich von organischen Molekülen (z. B. Kohlenhydrate, Fette, Proteine), die sich in Lebensmitteln, im Erdboden, in Holz, in Staubkörnern u.a. finden.

Vorkommen/Epidemiologie

Pathogenität: Für den Menschen haben einige  Schimmelpilzarten aufgrund ihres Vorkommens und ihrer Wachstumsweise pathogene Bedeutung  (z. B. Aspergillus fumigatus). Als Saprophyten (opportunistische Infektionen durch Schimmelspezies v.a. bei Immunsupprimierten (Risikogruppe1-3) oder bei Onychomykose).

Schimmelpilzallergie: Weiterhin spielen Schimmelpilze als Produzenten von Allergenen sowie als Produzenten von Mykotoxinen (z.B. in Lebensmitteln: Aflatoxin,  Deoxynivalenol,  Fumonisin, Griseofulvin, Ochratoxin,  Patulin,  Penicillin,  Satratoxin,  Trichothecene,  Zearalenon) eine Rolle. Eine ausreichende Evidenz für potenziell auslösende Schimmelpilzallergene liegt für folgende Erkrankungen vor: Asthma und Rhinitis allergica, exogen-allergische Alveolitis, Begünstigungen für Atemwegsinfektionen.  

Nahrungsmittel-Veredler: Schimmelpilze spielen auch als Nahrungsmittel-Veredler eine Rolle z.B. die Pinselschimmel-Arten Penicillium roqueforti und Penicillium camemberti, die nach ihrer Verwendung bei der Produktion von Käsesorten Roquefort bzw. Camembert benannt sind. Auch bei der Weinproduktion wird ein Schimmelpilz (Botrytis cinerea) zur Veredelung (Edelfäule) der Trauben genutzt.

Produzenten von Medikamenten: Bestimmte Schimmelpilzspezies produzieren Ausgangsprodukte für Medikamente (z.B. Antibiotika (Penicillinarten), Immunsuppressiva (Cyclosporin) oder Cholesterinsenker (z. B. Lovastatin).

Therapie

Literatur
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  4. Refai M (1992) Schimmelpilze differenzieren. Pilzdialog 2: 29–30
  5. Tessari G et al. (2014) Opportunistic deep cutaneous mycoses in
    solid organ transplant recipients. G Ital Dermatol Venereol 149:417-422

  6. Wegmann T (1988) Medizinische Mykologie - ein praktischer Leitfaden. Editiones Roche, Basel
  7. Williams K et al. (2013) Voriconazole-associated cutaneous malignancy: a literature review on photocarcinogenesis in organ transplant recipients. Clin Infect Dis 58:997-1002
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