S100-Proteine

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

S100; S-100; S100 Protein Familie; S100 protein family

Definition

Calcium-bindende Proteine mit einer Molekülmasse von 9-13 kDa, die eine Vielzahl unterschiedlicher zellulärer Prozesse beeinflussen. Zu den S100 Proteinen gehören mindestens 25 Mitglieder, die in unterschiedlichsten Zelltypen exprimiert werden:
  • S100B: in Astrozyten, Adipozyten, Melanozyten und Chondrozyten.
  • S100A1: in Kardiomyozyten, in Zellen der Speicheldrüsen, in Nieren- und Muskelzellen, in Nervenzellen des Hippocampus.
  • S100A6: in Bindegewebszellen und Muskelzellen.
  • S100A8 und S100A12: in erster Linie in Phagozyten. Die Serumkonzentration korreliert mit der Aktivität entzündlicher Erkankungen.
  • S100A9: Screeningparameter für das Prostatakarzinom.

Allgemeine Information

Normwert: < 0,1 µg/l.

Hinweis(e)

In der Dermatohistologie werden S100-Antikörper häufig eingesetzt. Auf Grund der geringen Größe der S100-Proteine ist eine Formalinfixierung zur Darstellung im Gewebe notwendig. Aus Kryostatschnitten und unzureichend fixiertem Gewebe kann es heraus gewaschen werden. Die S100-Färbung kann nukleolär oder zytoplasmatisch sein. S100 markiert: Melanozyten und Naevuszellen, Langerhans-Zellen, Schwann-Zellen, Myoepithelien, Knorpelzellen u.a. es ist der wichtigste Mrker bei desmoplastischen melanozytären Markern.   

S100 i.S ( Melanomscreenung): bei malignen Melanomen findet sich häufig auch dann noch eine S100-Positivität, wenn andere melanozytäre Marker auf Grund einer fortschreitenden Entdifferenzierung nicht mehr gebildet werden. Speicheldrüsentumoren und Tumoren der ekkrinen Schweißdrüsen zeigen häufig ebenfalls eine Expression von S100.

Merke! Für das Melanomscreening sind weniger die Absolutwerte als die Verlaufsschwankungen von Bedeutung.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Hantschke M et al. (2016) Immunhistologische Techniken. In: L. Cerroni et al. Histopathologie der Haut. Springer Verlag Berlin-Heidelberg S. 33.
  2. Sedagath F et al. (2008) S100 protein family and its application in clinical practice. Hippocratia 12: 198-204
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017