Rosacea papulopustulosa

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Acne rosacea; Couperose; inflammatory rosacea; Kupferfinne; papulopustular rosacea; papulo-pustulöse Rosazea; papulopustulöse Rosazea; Rosacea; Rosacea papulo-pustulosa; Rosazea papulopustulosa; Rotfinne

Definition

Häufige, chronische, zunächst rezidiverende später persistierende Erkrankung mit zentrofazialen Teleangiektasien, persistierenden oder flushartig einsetzenden, häufig temperaturinduzierten oder psychisch induzierten Erythemen, sowie längerdauernden entzündlichen Episoden mit follikulären auch parafollikulären Papeln und Plaques, follikulären Papulopusteln und Pusteln. In schweren Fällen wird das Krankheitsbild durch Bindegewebs- und Talgdrüsenhyperplasien (Phymbildungen) kompliziert. Charakteristisch ist schubweiser Verlauf.

Vorkommen/Epidemiologie

Bei einer Population von arbeitenden Menschen > 30 Jahre wurde eine Prävalenz von 22% angegeben. Sie wäre damit die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Frauen häufiger als Männer betroffen. Diese Aussage wird in versch. Studien bestritten (offenbar gibt es weltweite regionale Unterschiede in dem Prävalenzmuster). Die Rosazea verläuft bei Männern schwerer als bei Frauen.

Ätiopathogenese

  • Nicht vollständig geklärt.
  • Genetische Dispositionen mit Abnormitäten in der angeborenen Immunität (diese betreffen das antimikrobielle Peptid Cathelicidin und dessen Aktivator Kallikrein 5), begleitender vaskulärer Dysfunktion wird als wahrscheinlichste Ursache angesehen. Hieraus rekrutiert ein Circulus vitiosus aus dermaler Schädigung, Gefäßerweiterung, Gefäßschädigung und entzündlicher Gewebsreaktion.
  • Als Triggerfaktoren gelten UV-Strahlen, Röntgen-Strahlen, Hitze, Kälte, Erregung, Kaffee, Alkohol, Tee, scharfe Gewürze (Pfeffer, Curry), Temperaturschwankungen, externe (zu fette) Kosmetika und hormonelle Schwankungen (Menstruation, Schwangerschaft, Menopause).
  • Kontrovers wird der Einfluss von Helicobacter pylori diskutiert.
  • Die ätiopathogenetische Rolle von Demodex folliculorum (der Haarbalgmilbe) bei der Entwicklung der papulo-pustulösen Rosazea wird noch offen diskutiert. Inwieweit der gute therapeutische Effekt von lokalen Antiskabiosa (1% Ivermectin Creme) mit diesem Befund korrliert bleibt derzeit noch offen.   

Manifestation

Vor allem im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auftretend.

Klinisches Bild

Stadium II der Rosazea. Auf einem jahrelang bestehendem, zunächst sehr wechselhaftem, später persistierendem Gesichtserythem, das mit Teleangiektasien durchsetzt ist (Stadium I der Rosazea), entwickelt sich ein "Akne-ähnliches", entzündliches Krankheitsbild. Es kommt zur Bildung von solitären, disseminierten oder auch gruppierten, entzündlich geröteten, über Tage bis Wochen persistierenden, evtl. feinlamellös schuppenden, follikulären, sterile oder normale Follikelflora enthaltenden, nur gering schmerzenden Papeln, Papulopusteln und  Pusteln. Es besteht ein wechselhaftes Spannungsgefühl der Gesichtshaut. Meist narbenlose Abheilung der einzelnen "Pickel".

Komedonen fehlen im Gegensatz zur Akne stets.

Im Verlauf von Monaten und Jahren verstärkt sich die zunächst eher diskrete Entzündungssymptomatik. Die Gesichtshaut wird zunehmend ödematöser. Es kommt zu einer schubweisen Häufung der Papulo-Pusteln. Die einzelnen Papeln und Pusteln werden größer, sind eher asymmetrisch im Bereich der Wangen (aber auch die anderen Gesichtspartien können befallen sein) verteilt und benötigen eine längere Zeit zur Abheilung.

In der Folgezeit wird die Haut zunehmend fester. Es kommt zur Aggregation der entzündlichen Papeln und Papulo-Pusteln, zu größeren, höckerigen, festen, roten, schuppigen und krustigen Entzündungsbeeten.          

Differentialdiagnose

Therapie

Literatur
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S. Rosazea

  1. Stein Gold Let al. (2014)Ivermectin Phase 3 Study Group. Long-term safety of ivermectin 1% cream vs azelaic acid 15% gel in treating inflammatory lesions of rosacea: results of two 40-week controlled, investigator-blinded trials. J Drugs Dermatol 13:1380-1386

 

Verweisende Artikel (4)

CXCL2; CXCL6; DADPS; Rosazea gramnegative;

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