Rosacea erythematosa L71.8

Synonym(e)

erythematöse Rosazea; Rosazea; Rosazea Stadium I; Rosazea teleangiektatisches Stadium; vascular rosacea (e)

Definition

Stadium I der Rosazea mit vorübergehenden, anfallsartigen Gesichtsrötungen (Flushing), die durch zahlreiche Stimuli ausgelöst werden. 

Vorkommen/Epidemiologie

w>m (?); familiäre Häufung. Hellhäutigkeit wird als Dispostionsfaktor angesehen. Bei einer Population von arbeitenden Menschen > 30 Jahre wurde eine Prävalenz von 22% angegeben. Die Rosazea wäre damit die häufigste Hauterkrankung überhaupt (s.u. Rosazea - Übersicht).

Ätiopathogenese

  • Nicht vollständig geklärt.
  • Genetische Dispositionen mit Abnormitäten in der angeborenen Immunität (diese betreffen das antimikrobielle Peptid Cathelicidin und dessen Aktivator Kallikrein 5), begleitender vaskulärer Dysfunktion wird als wahrscheinlichste Ursache angesehen. Hieraus rekrutiert ein Circulus vitiosus aus dermaler Schädigung, Gefäßerweiterung, Gefäßschädigung und entzündlicher Gewebsreaktion.
  • Als Triggerfaktoren gelten UV-Strahlen, Röntgen-Strahlen, Hitze, Kälte, Erregung, Kaffee, Alkohol, Tee, scharfe Gewürze (Pfeffer, Curry), Temperaturschwankungen, externe (zu fette) Kosmetika und hormonelle Schwankungen (Menstruation, Schwangerschaft, Menopause). Kontrovers wird der Einfluss von Helicobacter pylori diskutiert.

Manifestation

40.-60. LJ;

Lokalisation

Gesicht, Wangen, Nase, Stirn, Kinn, seitliche Halspartien

Klinisches Bild

Vorläuferform (transientes Erythem): Erste Zeichen einer beginnenden Rosazea mit einer Neigung zu Flush-artigen, funktionellen Erythemen, die sich als flüchtige, zart-rote oder auch kräftig rote Flecken im Gesicht bemerkbar machen. Sie verschwinden in dem Anfangsstadium der Rosazea zwischenzeitlich komplett. Erneutes Auftreten bei Reizen wie: Wechsel von Kälte zur Wärme, scharf gewürzten Speisen, heißen Getränken wei Tee oder Kaffee, Alkohol, Stress-Situationen. Diese Flush-Symptome gehen einher mit Hitzewellen, manchmal auch erhöhter Schweißneigung, die von den Betroffenen als unkomfortabel empfunden werden. 

Im Laufe von Monaten/Jahren persistieren die Rötungen über Stunden und Tage, später permanent. Weiterhin beklagen die Patienten die anfallsartigen und wechselhaften Blutfüllungen der betroffenen Regionen. Die befallene Haut wird durch ein persistierendes sulziges Ödem (+ leichte dermale Fibrose)  zunehmend fester (aus einem flächigen Erythem entwickelt sich ein rote Plaque). Es besteht eine Tendenz zur Ausbildung von Teleangiektasien (Rosacea teleangiectatica), die v.a. nasolabial und im Wangenbereich lokalisiert sind.  

Abb. s.u. Rosazea

Therapie

Externe Therapie

Bestrahlungstherapie

Diät/Lebensgewohnheiten

S.u. Rosazea

Hinweis(e)

Die Maximalvariante der erythematösen Rosazea wird als Rosacea ödematosa oder M. Morbihan bezeichnet.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Del Rosso JQ et al. (2013) Management of facial erythema of rosacea: what is the role of topical α-adrenergic receptor agonist therapy? J Am Acad Dermatol 69 (Suppl 1): S44-56
  2. Lim HS et al. (2014) The efficacy of intense pulsed light for treating erythematotelangiectatic rosacea is related to severity and age. Ann Dermatol 26:491-495
  3. Piwnica D et al. (2014) Vasoconstriction and anti-inflammatory properties of the selective α-adrenergic receptor agonist brimonidine. J Dermatol Sci 75:49-54
  4. Urban J et al. (2014) Optical coherence tomography imaging of erythematotelangiectatic rosacea during treatment with brimonidine topical gel 0.33%: a potential method for treatment outcome assessment. J Drugs Dermatol 13:821-826

 

Verweisende Artikel (2)

Gesichtsschwellung; Morbihan, M.;

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017