Rift-Tal-Fieber A92.4

Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Rift-Valley-Fever; RVF

Erstbeschreiber

Daubney et al., 1931

Definition

Hoch fieberhafte, zumeist grippal oder Dengue-ähnlich verlaufende, durch Arthropoden aber auch durch Kontakt mit infektiösem Material übertragene Virusinfektion der Schafe, Ziegen, Kamele und Rinder in Folge von en- bzw. epizootischen Biozyklen (Arbovirose).

Erreger

  • Rift-Tal-Virus, Genus Phlebovirus, Familie Bunyaviridae.
  • Es sind 2 Stämme bekannt: klassisches Rift-Tal-Virus und das antigenverwandte, weniger virulente Zingavirus.

Vorkommen/Epidemiologie

  • Erstbeschreibung 1930/31 beim Menschen nach einer Epizootie bei Rindern und Schafen in Kenia im Gebiet des sogenannten Rift-Tals, seither rezidivierend Panzootien und Pandemien im südlichen Afrika, Ausbreitung bis nach Ägypten durch subklinisch infizierte Kamele (Rift-Tal-Epidemie 1977 in Ägypten, erneute Epidemie in Ägypten, Kenia und Somalia 1993, 1997/1998).

Ätiopathogenese

  • Bei Tieren: Übertragung duch Culex-, Mansonia- und Aedesmücken.
  • Bei Menschen: direkter Kontakt mit Organen und Blut erkrankter Tiere oder über Aerosole von erkrankten oder toten Schafen und Rindern (gefährdet sind Bauern, Metzger, Tierärzte u.a.). Übertragung auch durch Vektoren wie Mücken und Tabaniden.

  • Direkte Schädigung von Leber- und Endothelzellen (Nekrosen der Hepatozyten, toxische Veränderungen in Nierentubuli und Milz).
  • Genetischer Einfluß wird diskutiert.
  • Wechselnde Schwere durch Virulenz bestimmter Stämme sowie Koinfektion mit Schistosomiasis.

Manifestation

Vorkommen bei Hauswiederkäuern und Menschen.

Klinisches Bild

  • Inkubationszeit 3-7 Tage.
  • Biphasischer Fieberverlauf, schwerer Krankheitsverlauf: Schüttelfrost, retroorbitale Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Pharyngitis, Konjunktivitis.
  • Schwere Verlaufsform:
    • Hämorrhagisches Krankheitsbild: petechiale Blutungen, Sklerenikterus, Hepatitis, Hyptonie, Oligurie, schwere gastrointestinale Blutungen.
    • Enzephalitis: bis zu 12 Tage nach Fieberabfall Meningismus, motorische Ausfallerscheinungen, Verwirrtheit, Bewußtlosigkeit
    • Okuläre Beteiligung: 1-3 Wochen nach der fieberhaften Erkrankung, vorübergehende Blindheit oder verschwommenes Sehen, Gesichtsfeldausfall, Retinavaskulitis, Blutungen, Infiltrate, Ödeme mit Retinaablösung.

Diagnose

  • Während der Fieberphase: Virusisolierung aus Blut und Rachenspülflüssigkeit (Anzucht)
  • Virusnachweis mittels PCR
  • Serologie (Immunfluoreszenz-, Hämagglutinationshemmungstests).

Komplikation

Gehäuft Aborte sowie hohe neonatale Mortalität.

Therapie

Symptomatisch.

Verlauf/Prognose

  • Genesung um den 10.Tag, langsame Rekonvaleszenz. Passiv übertragene Immunität schützt mehrere Monate. Immunität über viele Jahre.
  • Bei hämorrhagischem Fieber: 25% Letalität.
  • Bei okulärer Beteiligung: 50% dauerhafte Augenschäden, z.T. völlige Blindheit.

Prophylaxe

  • Totimpfstoff nach Formalininaktivierung (bislang nur für Laborpersonal, Militär und für Epidemien): in USA, Südafrika und Ägypten hergestellt, Impfung: 0, Woche 6-8 und Monat 6.
  • Schutz vor Aerosolen und direktem Kontakt mit infektiösem Material.
  • Mückenbekämpfung.

Literatur
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  1. Daubney R, Hudson JR, Garnham PC (1931) Enzootic hepatitis or Rift Valley fever: an undescribed virus disease of sheep cattle and man from East Africa. J Pathol Bacteriol 34: 545-579

Verweisende Artikel (1)

Gelbfieber;

Weiterführende Artikel (1)

Bilharziose;

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