Riesenaphthen, solitäre K12.0

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Sehr große Aphthen bei Patienten mit habituellen Aphthen. Abheilung unter Hinterlassung von Narben.

Differentialdiagnose

Therapie allgemein

Abklärung einer möglichen Ursache oder von krankheitsunterhaltenden Faktoren wie gastrointestinale Erkrankungen (z.B. Magenulzera, chronische Gastritis), Eisenmangel, perniziöse Anämie, Immunsuppression, Arzneimittel u.a.

Merke! Insbesondere bei wiederholtem Auftreten und/oder mehrwöchiger Persistenz muss an einen M. Crohn gedacht und dieser endoskopisch abgeklärt werden!

Externe Therapie

Interne Therapie

  • Sulfasalazin (z.B. Azulfidine Tbl.): Therapie der 1. Wahl ist Sulfasalazin in mittlerer Dosierung 3-6 g/Tag p.o. Dieses Therapieregime sollte über 3-6 Wochen durchgeführt werden.
  • Falls sich keine Besserung zeigt, kommen immunsuppressive Mittel infrage: Teilweise hilfreich können Glukokortikoide sein, z.B. Prednisolon (z.B. Decortin H) in mittlerer Dosierung.
  • Thalidomid: Über verschiedene Studien abgesichert ist die positive Wirkung von Thalidomid ( Off-Label-Use!). Dosierung 100 mg/Tag p.o. über mehrere Monate (max. Dosis 30 g). Cave! Strengste Indikationsstellung bei Frauen im gebährfähigen Alter!
  • Colchicin: Nachgewiesenen positiven Einfluss zeigt auch Colchicin (z.B. Colchicum-Dispert) 0,5-1,5 mg/Tag über 4-6 Wochen. Rezidiv i.d.R. einige Wochen nach Absetzen.
  • Diverse: Eine positive Wirkung wird zudem in Einzelfällen den folgenden Immunsuppressiva zugeschrieben: Azathioprin (z.B. Imurek), DADPS (z.B. Dapson-Fatol), Tetracycline (z.B. Tetracyclin 500 Wolff).
  • Ggf. Substitutiontherapie mit Eisen, Folsäure, Vitaminen.

Merke! Der Einsatz der Medikation muss hinsichtlich ihrer Nebenwirkungen im Verhältnis zur Schwere des Krankheitsbildes vertretbar sein. Bei Einsatz von Immunsuppressiva kommt es i.d.R. nach Absetzen der Medikation innerhalb von Tagen bis Wochen zum Rezidiv.

Literatur
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  1. Desruelles F et al. (1998) Giant oral aphthous ulcers induced by nicorandil. Br J Dermatol 138: 712-713
  2. Koyama S et al. (2003) Idiopathic granulomatous gastritis with multiple aphthoid ulcers. Intern Med 42: 691-695
  3. Orfanos CE, Garbe C (1995) Seltene Infektionen der Haut. In: Therapie der Hautkrankheiten. Orfanos CE (Hrsg.). Springer, Berlin Heidelberg New York, S. 520–524

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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