Restless-legs-Syndrom G25.8

Zuletzt aktualisiert am: 01.05.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Anxietas tibiarum; hereditary acromelalgia; Nocturnal leg symptoms; Pes dolorus; prisoner's campfoot; Prisoner\'s camp-foot; restless legs syndrome; RLS; Syndrom der unruhigen Beine; Unruhige Beine; Wittmaack-Ekbom-Syndrom

Erstbeschreiber

Willis, 1672; Wittmaack, 1861; Ekbom, 1945

Definition

Anfallsartig, vor allem nachts spontan auftretende Dysästhesien und Bewegungsunruhe der Beine.

Vorkommen/Epidemiologie

Häufig, 5-10% der Bevölkerung sind im höheren Lebensalter betroffen.

Ätiopathogenese

Heterogene Ursachen werden in Betracht gezogen. Begünstigende Faktoren sind u.a. Gravidität, Kälte, Anämie. Auch psychische Faktoren können das Syndrom triggern. In manchen Fällen autosomal-dominante Vererbung. Überwiegend idiopathische Genese, u.a. bei Urämie, Magenresektion, Eisenmangel, Malabsorption, Hypovitaminosen und Thalidomid-Intoxikation. Kein Zusammenhang konnte zwischen CVI und Restless-legs-Syndrom nachgewiesen werden (Fronek et al. 2017). 

Klinisches Bild

Im Liegen, selten auch im Sitzen, meist nachts beim Einschlafen auftretendes Unbehagen in den Beinen in Form von Parästhesien, Dysästhesie und Schmerzen in Muskeln oder Knochen der Unterschenkel. Als Folge davon kommt es zur Bewegungsunruhe der Beine. Aurch Bewegungen läßt sich das Unbehagen bessern.  Besserung kann manchmal durch Bauchlage erzielt werden. Die Paroxysmen treten in leichten Fällen kurz dauernd und selten, in schweren Fällen mit erheblicher Beeinträchtigung des Nachtschlafs und regelmäßig auf. Phasenweise Exazerbation und Spontanremissionen.

Differentialdiagnose

Polyneuropathie.

Therapie

  • Keine kausale Therapie möglich. Zusammenarbeit mit Neurologen. Behandlung des Grundleidens kann zu einer Beschwerdereduktion führen (z.B. Eisensubstitution bei Eisenmangel, Nierentransplantation bei urämischem RLS). Versuch mit Kombinationstherapie von L-DOPA in Kombination mit Benserazid (Restex). Gelegentlich Besserung durch Bauchlage.
  • Bei unzureichendem Ansprechen auf Dopaminergika können Opioide versucht werden, z.B. Oxycodon (Oxygesic). Alternativ können Carbamazepin oder Gabapentin (Dosierung 400-1600 mg, wenn erforderlich evtl. mehr) verabreicht werden.

Literatur
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  1. Boghen D, Peyronnard JM (1976) Myoclonus in familial restless legs syndrome. Arch Neurol 33: 368–370
  2. Ekbom KA (1945) Restless legs. Acta med scand Suppl 158: 1–123
  3. Ekbom KA (1960) Restless Legs Syndrome. Neurology 10: 868-873
  4. Fronek LF et al. (2017) Nocturnal leg symptoms are not associated with specific patterns of superficial
    venous insufficiency. Int Angiol 36:565-568. 
  5. Hornyak M et al. (2003) Consensus statement from the German Sleep Society: indications for performing polysomnography in the diagnosis and treatment of restless leg syndrome. Sleep Med 3: 457-458
  6. Michaud M et al. (2004) Circadian rhythm of restless legs syndrome: Relationship with biological Markers. Ann Neurol 55: 372-380
  7. Montplaisir J, Lapierre O, Warnes H, Pelletier G (1992) The treatment of the restless leg syndrome with or without periodic leg movements in sleep. Sleep 15: 391–395
  8. Willis T (1672) De anima brutorum quæ hominis vitalis ac sensitiva est, excertitationes duæ; prior physiologica ejusdem naturam, partes, potentias et affectiones tradit; altera pathologica morbos qui ipsam, et sedem ejus primarium, nempe ceerebrum et nervosum genus atticiunt, explicat, eorumque therapeias instituit. R. Davis, London
  9. Wittmaak T (1861) Pathologie und Therapie des Sensibilitäts-Neurosen. In: T. Wittmaak, Lehrbuch der Nervenkrankheiten, Teil 1: Pathologie und Therapie der sensiblen Neurosen. E. Schäfer, Leipzig

Weiterführende Artikel (2)

Carbamazepin; Opioide;

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