Red-Man-Syndrom T88.7

Zuletzt aktualisiert am: 10.01.2020

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Red-child-Syndrom; Red man Syndrom; Red-Neck-Syndrom; Vancomycin-induziertes Exanthem

Definition

Nach rascher intravenöser Injektion von Vancomycin u.a. Medikamenten auftretendes, nicht allergisch bedingtes, flushartiges Exanthem mit Blutdruckabfall. Häufige Nebenwirkung. Auch bei Kindern bei Überdosierung von Rifampicin beschrieben (Red-child-Syndrom).

Ätiopathogenese

Diskutiert wird eine Vancomycin- oder durch andere Medikamente (z.B. Ampicillin u. Infliximab)- induzierte Histaminfreisetzung mit konsekutiver Gefäßdilatation. Die Schwere der Symptomatik ist abhängig von der Menge und insbesondere der Infusionsgeschwindigkeit des verabreichten Vancomycins.

Lokalisation

Kopf, Hals, Oberkörper

Klinisches Bild

Während oder kurz nach Beendigung der Vancomycin-Infusion am Kopf beginnendes, sich langsam auf die obere Körperhälfte ausbreitendes makulöses oder urtikarielles Exanthem, evtl. Angioödem. Starker Juckreiz. Plötzlicher starker Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps. Rückbildung nach einigen Stunden.

Therapie allgemein

Wenn möglich Absetzen des auslösenden Agens.

Interne Therapie

Antihistaminika wie Clemastin (z.B. Tavegil) oder Dimetinden (z.B. Fenistil) 2mal/Tag 1 Amp. i.v., bei schwerer Reaktion Glukokortikoide wie Prednisolon Solu-Decortin H i.v. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Prophylaxe

Verteilung der Vancomycin-Dosis auf mehrere Infusionen tgl., langsame Infusionsgeschwindigkeit, vorherige Gabe eines H1-Antagonisten wie Clemastin (z.B. Tavegil Injektionslösung) 2mal/Tag 1Amp. i.v. oder Dimetinden (z.B. Fenistil) 1-2mal/Tag 1 Amp. i.v.

Literatur
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