Radiowellentherapie

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

endoluminale Radiowellentherapie; radiofrequency endovenous obliteration; radiofrequency endovenous occlusion; Radiofrequenzobliteration; Radiowellensklerosierung; RFITT; Venefit; VNUS Closure Fast; VNUS Closure Plus

Definition

Minimalinvasive, endovenöse Therapieoption zur Ausschaltung von Stammvarizen, Seitenästen, Rezidivvarizen

Wirkungen

Das Wirkprinzip besteht darin, das Gewebe der Venenwand durch hohe Hitzeeinwirkung zu zerstören. Die elektronagnetischen Radiowellen werden in einem Generator erzeugt und auf einen Katheter übertragen. Die Elektroden an der Katheterspitze haben eine Temperatur von 60 bis 120 Grad Celsius - je nach Katheter.

Komplikation(en)

Verbrennungen und Hypästhesien.

Postoperative Rekanalisationsrate: die Angaben in versch. Studien zur postoperativen Rekanalisationsrate nach 6-60 Monaten liegen im Durchschnitt bei 10,9%. In einer Metaanalyse gibt van den Bos die Erfolgsrate der Radiowellentherapie nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 32,2 Monaten mit 84% an.

Die Verschlussraten bleiben über die Jahre hinweg stabil. 

 
 

Präparate

Die Radiofrequenztherapie ist zur Behandlung der Stammvarikose in Deutschland seit 1998 zugelassen.

Es gibt derzeit mehrere Verfahren auf dem Markt. Die beiden wichtigsten sind:

  1. VNUS-Closure Fast bzw. neu Venefit – Segmentale thermische Ablation zur Ausschaltung insuffizienter Venen. Energieabgabe, Strahlungszeit und die lokale Einwirkzeit sind am Generator programmiert. Fehlerhafte Anwendung nahezu ausgeschlossen. Der Katheter hat ein Lumen, über das – vor Aktivierung des Katheters – additiv eine Schaumsklerosierung durchgeführt werden kann. Katheter verfügbar in 60 und 100cm Länge mit 3 oder 7cm Heizelement.

  2. RFITT bzw. Celon-Methode – Elektroden sind bipolar angeordnet. Ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt einen Mikrowelleneffekt in der Venenwand. Kontinuierlicher Rückzug. Zur Orientierung ertönt ein Signal, welches gleichbleibend sein sollte. Zu schneller bzw. zu langsamer Rückzug führt zum Tonabbruch bzw. gleichzeitig zum Abbruch der Temperaturabgabe. Verfahren erfordert Übung. Katheter hat keinen Holraum, ist 100cm lang.

Literatur
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  1. Hartmann K et al. (2015) Endovenöse Verfahren. Schattauer Verlag. Stuttgart.

  2. Lane T et al. (2016) A multi-centre randomised controlled trial comparing radiofrequency and mechanical occlusion chemically assisted ablation of varicose veins - Final results of the Venefit versus Clarivein for varicose veins trial. Phlebology pii: 0268355516651026.

  3. Pichot O et al. (2004) Duplex ultrasound scan findings two years after great saphenous vein radiofrequency endovenous obliteration. J Vasc Surg 39: 189-195

  4. Proebstle TM et al. (2015) Five-year results from the prospective European multicentre cohort study on radiofrequency segmental thermal ablation for incompetent great saphenous veins. Br J Surg 102:212-218.

  5. Van den Bos RR et al  (2009) Endovenous laser ablation-induced complications: review of the literature and new cases. Dermatol Surg 35:1206-1214 
  6. Weiss RA, Weiss MA (2002) Controlled radiofrequency endovenous occlusion using a unique radiofrequency catheter under duplex guidance to eliminate saphenous varicose vein reflux: a 2-year follow-up. Dermatol Surg 28: 38-42
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