PUVA-Therapie, systemische

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

orale; orale PUVA-Therapie; perorale; perorale PUVA-Therapie; PUVA-Therapie

Definition

UVA-Bestrahlung nach peroraler Applikation von Methoxsalen als Photosensibilisator. Der wesentliche Vorteil gegenüber der PUVA-Bad-Therapie liegt in der Möglichkeit, Gesicht und Kapillitium mitzubehandeln (s.a. Tabelle 1). Die perorale PUVA-Behandlung wird deshalb häufig als Light-hardening bei Photodermatosen eingesetzt.

Indikation

Durchführung

Einnahme von Methoxsalen (Meladinine Tbl.) 0,5-0,8 mg/kg KG p.o. (Plasmaspiegel 50-250 ng/ml). Bestrahlung mit UVA im Abstand von 1-3 Std. Die initiale Dosis beträgt 50% der MPD bzw. 0,5-1 J/cm2 (je nach Hauttyp). Steigerung der Dosis frühestens nach 72 Std. (verzögerte Phototoxizität! MPD erst nach 72 Std. am niedrigsten!). I.d.R. Steigerung um 0,3-0,5 J/cm2 nach jeder 3. Bestrahlung. Bestrahlungshäufigkeit 3-4mal/Woche.
  • Schutzmaßnahmen: Anpassen einer PUVA-Brille durch den Augenarzt ist unbedingt nötig (Kataraktprophylaxe!), z.B. Clairless, Fa. Zeiss. Alufolie/Tuch zum Abdecken des männlichen Genitales. Auch wenn kein Befall des Gesichts oder des Kapillitiums vorliegt, sollten diese Lokalisationen auch abgedeckt werden.
  • Aufklärung: Die Patienten müssen über gesteigerte Lichtempfindlichkeit in den behandelten Arealen gut aufgeklärt werden! Schriftliche Aufklärung und Einverständniserklärung sind erforderlich.
  • Begleitend: Regelmäßige augenärztliche Kontrollen vor Therapie und alle 6 Wochen unter der Therapie sind notwendig. Keine zusätzliche Sonnenbestrahlung bei laufender Photochemotherapie.
  • Cave! Immunsuppressive Begleitmedikationen! Diese stehen im Verdacht die Karzinomentstehung zu begünstigen!

Unerwünschte Wirkungen

Kontraindikation

Tabellen

Vor- und Nachteile von systemischen und PUVA-Bad Therapien in der täglichen Praxis

Systemische PUVA-Therapie

PUVA-Bad Therapie

Vorteile

Mitbehandlung des Kapillitiums und Gesichts ist möglich (Photodermatosen)

Keine systemische Resorption (keine systemischen NW)

Deutlich geringere kumulative UVA-Dosis nötig als bei peroraler Therapie (vermutlich geringeres Karzinomrisiko!)

Keine Schutzbrille nötig (keine Kataraktgefahr)

Nur kurze Photosensibilisierung (max. 2-3 Std.)

Anwendbar bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

Anwendbar in Fällen, bei denen keine zusätzliche interne Medikation infrage kommt

Nachteile

Systemische NW wie Übelkeit, Erbrechen (bis zu 21%)

Hohe Wassertemperatur ist kardio-pulmonal nicht für alle Pat. verträglich

Nicht anwendbar bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

Erhöhte Photosensitivität unmittelbar nach dem Psoralenbad (Vorsichtige UVA-Dosimetrie!)

Permanentes Tragen einer UV-Schutzbrille ist nötig

Hoher organisatorischer und apparativer Aufwand

Erhöhte generalisierte Photosensibilität über mind. 12 Std.

Auch Kopf und Hände müssen strikt vor Sonnenlicht geschützt werden

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