Psoriasis pustulosa generalisata L40.1

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

generalisierte Psoriasis pustulosa; generalized pustular psoriasis; GPP; PPG; Psoriasis pustulosa gravis Zumbusch; Psoriasis pustulosa vom Typ Zumbusch; severe pustular psoriasis

Erstbeschreiber

von Zumbusch, 1910

Definition

Seltene, erworbene, vereinzelt auch familiär auftretende, schwere, durch eine schwere Störung des Allgemeinbefindens gekennzeichnete, potenziell lebensbedrohliche, pustulöse Maximalvariante einer  Psoriasis. Sie ist klinisch gekennzeichent durch zahllose, disseminierte, häufig auch zu Eiterseen konfluierte, sterile, weiße Pusteln auf flächigen Erythemen.

Einteilung

Die Erkrankung tritt in 3 Subtypen auf:

  1. Sporadische PPG ohne Erscheinungen einer Psoriasis vulgaris 
  2. Sporadische PPG mit Erscheinungen einer Psoriasis vulgaris (30% der Fälle)
  3. Familiäre PPG

Vorkommen/Epidemiologie

Selten; Prävalenz: 0,1-0,9/100.000 Einwohner.  Gehäuft in Japan (Inzidenz: ca. 0,7/100.000 Einwohner).

Ätiopathogenese

Die Psoriasis pustulosa verkörpert einen zur Psoriasis vulgaris differenten Reaktionstyp, der mit und ohne das Vorläuferstadium einer Psoriasis vulgaris auftreten kann. Es gibt jedoch Patienten, bei denen beide Erscheinungsbilder wechseln. Auch kann eine Psoriasis vulgaris plötzlich eine pustulöse Komponente erhalten (Psoriasis cum pustulatione).

Infekte: Triggerfaktoren einer Psoriasis generalisata pustulosa sind bakterielle und auch virale (Epstein-Barr-Virus-Infektionen) Infekte, Medikamente (Antihypertensiva, Terbinafin, Chloroquin), Schwangerschaft (s. Impetigo herpetiformis) oder auch ein plötzlicher Entzug einer systemischen Glukokortikoidtherapie. Selten sit ein paradoxe Reaktion unter Therapie mit Biologika (P Weisenseel 2016).

Genetik: Bei den seltenen Fällen von familiärer PPG sind Mutationen des Interleukin-36-Rezeptor-Gens (IL-36RN) ursächlich, das Interleukin-36a kodiert. IL-36a ist ein Antagonist von 3 proinflammatorischen Interleukinen der IL-1-Familie (IL-36alpha, IL-36beta, IL-36gamma). Seine Dysfunktion führt zu einem Überwiegen der proinflammatorischen Zytokine. Derartige Mutationen werden auch bei etwa 80% der sporadischen Fälle ohne Erscheinungen einer Psoriasis vulgaris gefunden. IL-36RN-Mutationen finden sich nur in 10% der PPG mit Psoriasis vulgaris. Eine weitere Mutation die mit der Psoriasis pustulosa generalisata assoziiert ist, betrifft das Adaptor protein complex 1 (AP1S3). Diese Variante führt zu einer Destabilisierung und Fehlfunktion des "Pattern Recognition Rezeptors" TLR-3 (Toll-like-Rezeptor 3). Toll-like Rezeptoren dienen zur Erkennung von sog. "Pathogen Associated Molecular Patterns" ( PAMPs ).

 

Manifestation

Erwachsene nach dem 40. LJ auftretend. Seltener Kinder.

Lokalisation

Das gesamte Integument mit Bevorugung von Körperstamm und Extremitäten, auch Palmae und Plantae, Mundschleimhaut, Schleimhäute der oberen Atemwege und Genitalschleimhäute können befallen sein.

Im Bereich der Mundschleimhaut finden sich eine akute Stomatitis mit feinlamellösen, abwischbaren zirzinären oder ovalären Plaques (Stomatitis geographica, Stomatitis areata migrans), im Zungenbreich Befunde die sich als Exfoliatio areata linguae charakterisieren lassen.  

Klinisches Bild

Akute, "über Nacht" auftretende, mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergehende komplette oder inkomplette Erythrodermie mit zahllosen, einzeln stehenden auch zu Eiterseen konfluierten, weißen oder gelben, sterilen Pusteln. Die Pusteln platzen innerhalb kurzer Zeit, trocknen ein oder hinterlassen flächige nässende Areale. 

Unbehandelt ist ein schubweiser Verlauf typisch der sich über Wochen oder Monate hinziehen kann. Die Schubfrequenzen sind unterschiedlich lang und betragen Stunden oder Tage.   

Im Bereich der Mundschleimhaut können weißliche oder graue, schleierartige, abschilfernde Plaques bestehen.

Labor

BSG > 40 mm/Stunde; CRP > 50mg/l; Leukozytose meist > 12.000/ul; Neutrophilie häufig >80%; selten ist ein Hypoparathyroidismus.

Histologie

Superfizielle perivaskuläre und interstitielle lymphozytäre und leukozytäre Dermatitis mit Epidermotropie sowie spongiformer, subkorneal oder hoch intraepithelial gelegener Pustel, s.a. Kogoj-Pusteln.

Komplikation

Bronchopneumonie, Leberstoffwechselstörungen, Eisenmangel, Niereninsuffizienz

Therapie allgemein

Externe Therapie

Bestrahlungstherapie

Interne Therapie

Fallbericht(e)

S.o. Abbildung

Literatur
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  12. von Zumbusch LR (1910) Psoriasis und pustulöses Exanthem. Arch Dermatol Syphilol (Berlin) 99: 335-346

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