Pseudolymphome der Haut (Übersicht) L98.8

Bildübersicht

Synonym(e)

Pseudolymphom, Cutaneous pseudolymphoma,

Erstbeschreiber

Hirsch und Lukes 1965

Definition

Benigne, histologisch und klinisch nicht immer eindeutig von malignen Lymphomen der Haut abgrenzbare, reaktive, polyklonale, selbstlimitierte, lymphoretikuläre Proliferationen der Haut unterschiedlicher Ätiologie.

Einteilung

Nach Ätiologie und klinischem Erscheinungsbild unterteilt man:

Nach dem Immunphänotyp kann man die Pseudolymphome wie folgt unterteilen:

Ätiopathogenese

Verschiedene Ursachen möglich, siehe Tabelle 1.

Histologie

Dichtes, streifenförmiges, lymphohistiozytäres Infiltrat, Zellpolymorphismus, epidermale und vaskuläre Beteiligungen. Pleomorphien, Hyperchromasien oder Mitosen können Anzeichen für ein malignes Geschehen sein, kommen jedoch selten vor.

Direkte Immunfluoreszenz

Reife B- und T-Zellen.

Diagnose

  • Klinik, Histologie, PCR, Southern Blot, Immunohistochemie.
  • Die Expression monoklonaler Kappa- oder Lambda- Leichtketten wird im Gegensatz zur polyklonalen Expression bei reaktiver Hyperplasie (Pseudolymphom) i.A. als malignes Geschehen gewertet. Allerdings werden B-und T-Zell-Pseudoklone in bis zu 20% der Fälle von Pseudolyphomen angetroffen.
  • Bei kutanen B-Zell-Lymphomen und kutanen T-Zell-Lymphomen kann das klonale Rearrangement der Ig-Ketten entweder durch immunhistochemische Analyse mit monoklonalen Antikörpern oder durch Immunogenotypisierung mittels Southern-Blot oder PCR nachgewiesen werden. Die immunhistochemische Technik hat den Vorteil der exakten Zuordnung des Antigens im Gewebe, ist aber weniger sensitiv (Hintergrundsanfärbung). Mittels Southern Blotting können klonale Zellen in mehr als 5% der Zellen der Läsion sichtbar gemacht werden; die PCR-Technik ist sensitiver mit Nachweis von < 0,1% Anteil klonaler Zellen.

Therapie

Behandlung der Grunderkrankung wenn bekannt, s. jeweils dort.

Verlauf/Prognose

Günstig (Monitoring des klinischen Verlaufes und Sicherstellen einer fehlenden Metastasierung).

Hinweis(e)

Unter dem Begriff  "Pseudolymphom" verbergen sich eine Gruppe unterschiedlicher klinischer und histologischer Entitäten, die sich hinsichtlich ihres klinischen und histologischen Erscheinungsbildes sowie des Immunphänotyps unterscheiden. Es ist erstrebenswert die bekannten auch historisch begründeten Begrifflichkeiten auch so zu benennen.  

Literatur

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  3. Cogrel O et al. (2001) Sodium valproate-induced cutaneous pseudolymphoma followed by recurrence with carbamazepine. Br J Dermatol 144: 1235-1238
  4. Gerlini G et al. (2003) Specific immune therapy-related cutaneous B-cell pseudolymphoma with following dissemination. J Eur Acad Dermatol Venereol 17: 208-212
  5. Hirsch P, Lukes R (1965) Reactive pseudolymphoma, nodular type. Arch Derm 19: 408-409 
  6. Kulow BF et al. (2002) Progression of cutaneous B-cell pseudolymphoma to cutaneous B-cell lymphoma. J Cutan Med Surg 6: 519-528
  7. Marchesi A et al. (2014) Tattoo ink-related cutaneous pseudolymphoma: a rare but significant complication. Case report and review of the literature. Aesthetic Plast Surg 38:471-478
  8. Moreno-Ramirez D et al. (2003) Cutaneous pseudolymphoma in association with molluscum contagiosum in an elderly patient. J Cutan Pathol 30: 473-475
  9. Pulitzer MP et al. (2013)CD30+ lymphomatoid drug reactions. Am J Dermatopathol 35:343-350

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Zuletzt aktualisiert am: 09.08.2017