Powassan-Fieber A84.8

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Durch Zecken (Ixodes-Arten) übertragene Arbovirose. Sehr seltene Erkrankung.

Erreger

  • Powassan-Virus, Familie der Flaviviridae. Wirte sind Waldmurmeltiere und Eichhörnchen. Übertragung durch Ixodes-Arten (Ixodes cookei; Ixodes scapularis). Die Übertragung kann durch alle Stadien der Zecken erfolgen. Eine Reaktivierungsphase des Virus innerhalb der Zecke findet nicht statt, die Zecke ist sofort infektionsfähig. Die Übertragung des Powassan-Virus von der Zecke zum Wirtstier ist sofort nach erfolgtem Zeckenbefall des Wirtstieres möglich (innerhalb von max. 15 Minuten).
  • Die Infektion mit dem Powassan Virus ist auch durch den Genuß nicht pasteurisierter Ziegenmilch möglich.

Vorkommen/Epidemiologie

  • AK bei 1% der Einwohner in enzootischen Gebieten.
  • Primär von einem Kind mit tödl. Enzephalitis in Ontario/Kanada isoliert (1958). 1970-1978 acht weitere Fälle mit Enzephalitis im oberen Teil des Staates New York.
  • Seroepidemiologischen Untersuchungen zufolge weist das Powassan-Virus ein fokales, an geographisch eng begrenzte Regionen gebundenes Vorkommen auf. Bislang in Russland, USA, Canada nachgewiesen.
  • In Kanada und den USA sind bei 0,5-4% der Einwohner Antikörper gegen das Powassan-Virus nachweisbar.

Manifestation

V.a. sind Kinder befallen.

Klinisches Bild

  • Die Inkubationszeit beträgt mindestens 1 Woche. Anschließend akut einsetzendes hohes Fieber bis 40 °C, Kopfschmerzen, Krämpfe. Symptome der meningealen Reizung und der Enzephalitis. Zumeist sind Zeichen einer fokalen Läsion vorhanden, mit entsprechenden Ausfällen von Sensorik und Motorik. Das Virus wurde in Basalganglien, Kortex und Kleinhirn von verstorbenen Patienten nachgewiesen.
  • Bei 30-50% der überlebenden Patienten bleiben neurologische Ausfallserscheinungen bestehen, am häufigsten eine Hemiplegie.
  • Der klinische Verlauf der Powassan-Enzephalitis kann den einer Meningoencephalitis herpetica (HSV-Enzephalitis) imitieren.

Komplikation

In mindestens 10% der Fälle letal verlaufend.

Therapie

Symptomatisch.

Weiterführende Artikel (1)

Meningoencephalitis herpetica;

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