Pinkus, Hermann

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Biographische Angaben

(¤ 1905, † 1985) Dermatologe, tätig in Breslau, Ann Arbor und Detroit.
  • Hermann Pinkus, Sohn von Felix Pinkus, wurde am 18.11.1905 in Berlin geboren. Er besuchte das Mommsen-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg und legte 1923 das Abitur ab. Medizinstudium in Berlin, Freiburg, München und Innsbruck, Staatsexamen 1929. Promotion bei Rhoda Erdmann. Dermatologische Ausbildung an der Hautklinik Breslau unter Joseph Jadassohn und Max Jessner. Hier enge Zusammenarbeit mit Walter Freudenthal, der wenige Jahre zuvor die solare Keratose von der seborrhoischen Keratose abgetrennt hatte. Freudenthals Beschreibung der alternierenden Säulen von Ortho- und Parakeratose bei der solaren Keratose führte im Weiteren zur Beschreibung des Akrosyringiums, als einer von der Epidermis abgrenzbaren, eigenen Funktionseinheit.
  • H. Pinkus Arbeiten auf dem Gebiet der Gewebekulturen trug dazu bei, die Arbeiten von Walter Frieboes zu entkräften, der die Epidermis als ein Synzytium beschrieb, durchsetzt von Tonofibrillen, die vom Bindegewebe gebildet würden. Hermann Pinkus musste als Halbjude (Vater Felix Pinkus war jüdischen Glaubens) die Breslauer Hautklinik verlassen. Pinkus emigrierte in die USA und konnte durch die Vermittlung von Marion B. Sulzberger eine Stelle am Institut für experimentelle Zytologie in Ann Arbor einnehmen.
  • Weitere Ausbildung bei Franz Blumenthal einem ehemaligen Mitarbeiter an der Charité. 1940 eröffnete er eine private Praxis in Monroe, Michigan.
  • 1943 erhielt er das Angebots des Leiters der Hautklinik der Wayne State University School of Medicine in Detroit, Loren Shaffer, eine Teilzeit-Professor zu übernehmen. 1960 wurde er zum Nachfolger von Shaffer gewählt. Pinkus war Gründungsmitglied der American Society of Dermatology.
  • Pinkus beschrieb mehrere Krankheitsbilder, so 1953 das Fibroepitheliom, prämalignes, das wir heute als Variante des Basalzellkarzinoms auffassen, 1956 das ekkrine Porom und 1957 die Alopecia mucinosa, die nach heutiger Auffassung als adnexotrope Variante eines kutanen T-Zell-Lymphoms aufgefasst wird. 1974 beschrieb er das Trichodiskom, das er für eine gutartige Geschwulst der Haarscheibe auffasste und nicht als einen Tumor des Follikelmantels.
  • Zu Pinkus Schülern zählten Herschel S. Zackheim, der Japaner Yutaka Mishima und Amir H Mehregan.

Verweisende Artikel (1)

Pinkus, Felix;

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