Pimecrolimus

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Lipophiles, immunsuppressives Macrolactam-Derivat von Ascomycin aus der Gruppe der Calcineurininhibitoren (s.a.u. Ciclosporin A, Tacrolimus).

Wirkungen

Antiinflammatorische Wirkung. Zellselektiver Inhibitor der Produktion und Freisetzung von pro-inflammatorischen Zytokinen. Inhibition der Kalzium-abhängigen Phosphatase Calcineurin. Blockierung der Transkriptionsfaktoren für die Produktion proinflammatorischer Zytokine wie z.B. Interleukin 2, 4 und 10 sowie Interferon gamma. Des Weiteren Hemmung der Freisetzung von Tumornekrosefaktor durch die Mastzellen.

Indikation

Kurzzeitige- und intermittierende Langzeitbehandlung des leichten bis mittelschweren atopischen Ekzems. Zugelassen für Patienten ab dem 2. Lebensjahr.

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine ausreichenden Daten über Anwendung in der Schwangerschaft. In Tierstudien kein Hinweis auf Schädigung der embryonalen Zellen bei externer Anwendung. Sollte während der Schwangerschaft nicht verordnet werden. Während der Stillzeit nur unter Vorbehalt und nicht im Bereich der Brust anwenden.

Dosierung und Art der Anwendung

2mal/Tag auf das betroffene Areal auftragen.

Unerwünschte Wirkungen

V.a. zu Beginn der Behandlung kann es zu schwachen bis mäßigen Irritationen im Bereich der Applikationsstelle kommen. Gelegentlich werden bakterielle oder virale Infekte, v.a. Impetigo, Furunkel, Herpes simplex beschrieben.

Kontraindikation

Überempfindlichkeit gegen Pimecrolimus, andere Makrolactame oder Hilfsstoffe des Präparates (Elidel). Infizierte Hautareale (Herpes, Varizellen, Pyodermie) dürfen nicht behandelt werden.

Präparate

Elidel; Douglan

Hinweis(e)

  • Cave! Obgleich Pimecrolimus bislang als nicht genotoxisch gilt, wurde im März 2005 ein FDA-Warnschreiben publiziert: In tierexperimentellen Studien an Mäusen wurde gezeigt, dass die topische Applikation von Pimecrolimus potentiell zur Herabsetzung der lokalen Immunantwort führen kann. Weitere Studien ("repeat dose studies") bei Mäusen zeigten eine dosis- und therapieabhängige Entwicklung von Lymphomen. Dosisabhängige Karzinogenitätstudien mit peroral appliziertem Pimecrolimus zeigten eine dosis- und therapieabhängige Entwicklung von Lymphomen und benignen Thymomen. Seit 2006 tragen die US-amerikanischen Produktinformationen einen besonders hervorgehobenen Warnhinweis (black box) in dem auf die fehlenden Kenntnisse zur langfristigen Sicherheit der Mittel hinsichtlich der Entwicklung von Hautkrebs und Lymphomen ausdrücklich hingewiesen wird.

  • Es wird empfohlen:
    • Pimecrolimus nur zulassungsgemäß bei atopischem Ekzem einsetzen.
    • Pimecrolimus als second-line Therapie bei Ineffektivität oder Unverträglichkeit von first-line-Therapien anwenden.
    • Pimecrolimus nicht bei Kindern < 2 Jahren anwenden.
    • Pimecrolimus nur kurzfristig (so kurz wie möglich) und intermittierend, nicht aber als Dauertherapie anwenden.
    • Pimecrolimus nicht in Kombination mit UV-Therapien anwenden.
  • Nach Markteinführung der Medikamente wurde bei Patienten, die topisch mit Calcineurininhibitoren und Steroiden behandelt wurden, das Auftreten von Lymphomen beobachtet. Dies konnte in einer nachfolgenden Studie aber nicht bestätigt werden.
  • Bei der Psoriasis inversa zeigten sich in Einzelfällen klinische Besserungen nach topischer Anwendung von Pimecrolimus ( Off-Label-Use) (s. Calcineurininhibitoren).

Literatur
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  1. Arellano FM et al. (2006) Risk of Lymphoma Following Exposure to Calcineurin Inhibitors and Topical Steroids in Patients with Atopic Dermatitis. J Invest Dermatol (epub)
  2. Eichenfield LF et al. (2003) Elidel (pimecrolimus) cream 1%: a nonsteroidal topical agent for the treatment of atopic dermatitis. J Allergy Clin Immunol 111: 1153-1168
  3. Ortiz-Urda S, Rappersberger K (2003) New immunosuppressive agents for treating psoriasis. Hautarzt 54: 230-236
  4. Rappersberger K (2002) Pimecrolimus identifies a common genomic anti-inflammatory profile, is clinically highly effective in psoriasis and is well tolerated. J Invest Dermatol 119: 876-887
  5. Ständer S et al. (2003) Antipruritic effects of pimecrolimus and tacrolimus. Hautarzt 54: 413-417
  6. Williams H (2002) New treatments for atopic dermatitis. BMJ 324: 1533-1534
  7. Wohlrab J (2006) Calcineurininhibitoren zur topischen Therapie der Psoriasis. Hautarzt 57: 685-689
  8. Zabawski E (2002) Treatment of cutaneous lupus with Elidel. Dermatol Online J 8: 25
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