Phosphodiesterasehemmer

Zuletzt aktualisiert am: 30.01.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Hemmstoffe der Phosphodiesterase. Sie fördern die Signalübertragungswege, verlängern die Wirkung der Botenstoffe cAMP und cGMP.

Wirkungen

Je nach der Phosphodiesterase, auf die die Hemmstoffe zielen, ergeben sich unterschiedliche Auswirkungen:

  • Hemmstoffe der PDE3 (wie Amrinon, Milrenon und Enoximon) finden Anwendung bei der kurzzeitigen Therapie der akuten schweren Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Sie lösen jedoch häufig Herzrhythmusstörungen aus und werden nur in besonderen Notfallsituationen eingesetzt. Aufgrund der vielen und starken unerwünschten Nebenwirkungen sind sie für eine Langzeitbehandlung nicht geeignet.
  • Hemmstoffe der PDE5 (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) fördern den Signalübertragungsweg, der bei sexueller Erregung mit Hilfe des Botenstoffs cGMP den Bluteinstrom in die Schwellkörper des Penis steuert. Unter dem Einfluss von PDE5-Hemmern wird die Erektionsfähigkeit gestärkt. Hemmstoffe der PDE5 sollten keinesfalls gemeinsam mit gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis eingenommen werden dürfen (Gefahr von Blutdruckabfall und Herzinfarkt).
  • Eine Hemmung der PDE4 führt zur Unterdrückung zahlreicher entzündungsfördernder Parameter. Verschiedene Substanzen sind zur Langzeittherapie bei Erwachsenen mit COPD und chronischer Bronchitis zugelassen (z.B. Roflumilast). Indikationen: Asthma bronchiale, rheumatoide Arthritis, multiple Sklerose. Die Substanz Crisaborol wurde in 2% Salbenform in 2 klinischen Phase-III-Studien beim atopischen Ekzem positiv getestet (2016 für diese Indikation in USA zugelassen).   

Literatur
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  1. Paller AS et al. (2016) Efficacy and safety of crisaborole ointment, a novel, nonsteroidal phosphodiesterase 4 (PDE4) inhibitor for the topical treatment of atopic dermatitis (AD) in children and adults. J Am Acad Dermatol 75:494-503.

Verweisende Artikel (2)

Phosphodiesterasen; Roflumilast;
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