Phäohyphomykose B43.9

Zuletzt aktualisiert am: 13.11.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Bantimykose; Cladosporiose; Phäosporonose; Phäosporotrichose

Erstbeschreiber

Beurmann und Gougerot, 1907

Definition

Gruppe seltener, überwiegend kutan und subkutan lokalisierter, meist opportunistisch auftretender Infektionen durch unterschiedliche Schimmelpilze, deren Vertreter lediglich durch Hyphen gekennzeichnet sind, die eine dunkle, gelb- oder schwarzbraune Eigenfarbe (phaeo = dunkel/trüb) kennzeichnen. Die melanisierten Erreger werden auch als Schwärzepilze (Dematiaceae) bezeichnet.

S.u. Schimmelpilzerkrankungen; s.u. Alternariose, kutane.

Erreger

Es existieren zahlreiche Pilzarten, die als Erreger in Frage kommen. Sie verursachen verschiedene klinische Manifestationen. Somit handelt es sich nicht um eine klinische Einheit. Das einzige gemeinsame Merkmal dieser Mykose ist die bräunliche bis gelb-schwarze Eigenfarbe der Hyphen im Gewebe und auch meist in der Kultur.

Vertreter der Dematiazeten (Schimmelpilze deren Hyphen eine Eigenfarbe aufweisen, von gelb bis braun und schwarz). Typisch sind schwarze Verfärbungen des betroffenen Gewebes durch das Wachstum der schwarz bis schwarzbraun gefärbten Hyphen der Schimmelpilze.

Häufigste Erreger: Schimmelpilze der Gattungen Exophiala, Bipolaris, Phialophora, Aureobasidium, Cladosporium, Alternaria und Curvularia.

Vorkommen/Epidemiologie

Weltweites Vorkommen, hauptsächlich in den Tropen.

Klinisches Bild

Am häufigsten werden Manifestationen an der Haut beobachtet. Weitere Lokalisationen sind: Nasennebenhöhlen, Lungen, ZNS. An der Haut werden, je nach Dauer der Erkrankung, braune bis schwärzliche, glatte oder auch schuppende oder verruköse Papeln oder Plaques gefunden, die zu 20-30 cm großen, zirzinär begrenzten verrukösen Knotenkonglomeraten konfluieren können. Die Manifestationen treten häufig als opportunistische Infektionen (s.a. Organtransplantationen, Hautveränderungen) auf. Bei Immunsupprimierten können auch systemische und disseminierte Infektionen auftreten. 

Histologie

Die akute Gewebereaktion besteht aus einer unspezifischen gemischtzelligen Entzündung mit Bildung von Abszessen. Bei längerer Bestanddauer stellt sich ein zunehmend granulomatöser Charakter ein mit Histiozyten und mehrkernigen Riesenzellen. Auch im HE-Schnitt bereits auffällig sind fadenförmige, septierte, bräunliche Pilzelemente in unterschiedlicher Dichte, die sich in der PAS-oder Grocott-Färbung herausheben. Sie liegen zumeist extrazellulär vor aber auch innerhalb von mehrkernigen Riesenzellen.

Therapie

Abszesse können chirurgisch behandelt werden. Rezidive sind häufig. Die besten Resultate einer systemischen Therapie liefern Fluconazol (300 mg/Tag) oder Itraconazol (500-600 mg/Tag) über einen mehrmonatigen Zeitraum (1-48 Monate). Berichte über positive Erfahrungen mit einer Kombination von Terbinafin und Itraconazol liegen vor.

Hinweis(e)

Eine Mykose, die statt Hyphen, runde Pilzzellen mit Eigenfarbe im Gewebe aufweist, wird Chromoblastomykose genannt.

Literatur
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  1. Beurmann L, Gougerot H (1907) Associations morbides dans les sporotrichoses. Bull Soc Med Hosp Paris 24: 591
  2. Iwatsu T et al. (1984) Phaemycotic cyst, a case with a lesion containing wooden splinter. Arch Dermatol 120: 1209-1214
  3. Nenoff, P (2010) Sporotrichose. In: Plettenberg A, Meigel W, Schöfer H (Hrsg) Infektionskrankheiten der Haut. Thieme Verlag Stuttgart, S.198
  4. Restrepo A (1994) Treatment of tropical mycosis. J Am Acad Dermatol 31: 91-102
  5. Rudolph M (1914) Über die brasilianische "Figueira". Arch Schiffs u Tropen Hyg 18: 498-499
  6. Salfelder K et al. (2000) Pilzinfektionen beim Menschen. Omnimed Verlag, Hamburg, München, S. 236-248
  7. Wortman PD (1995) Concurrent chromoblastomycosis caused by fonsecaea pedrosoi and actinomycetoma cause

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