Pest A20.9

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Beulenpest; Pestilentia; Pestis; Schwarzer Tod

Definition

Historisch wichtige, in Epidemien auftretende Anthropozoonose. Man unterscheidet: Bubonenpest (90% der Fälle), Pestsepsis, Lungenpest oder abortive Pest. Beachte: Meldepflicht!

Erreger

Yersinia (Pasteurella) pestis. Reservoir: Nagetiere (insbes. Ratten) und deren Flöhe.

Vorkommen/Epidemiologie

Derzeit begrenzte Endemiegebiete in Zentralafrika, Madagaskar, Zentralasien, Russland und Amerika.

Ätiopathogenese

Übertragung des Erregers durch Flöhe (Bubonenpest), Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch (Lungenpest).

Klinisches Bild

Inkubationszeit: 1-6 Tage.
  • Bubonenpest (Beulenpest): Flohstich, Ausbildung einer entzündlichen Papel; schmerzhafte regionäre Lymphadenitis. Fieber, toxische ZNS-Symptome (z.B. Delirium). Bei Bakteriämie: Petechien, Ekchymosen, Verbrauchskoagulopathie. Auch: Erytheme, gedellte Bläschen und Pusteln.
  • Lungenpest: Schweres Krankheitsbild mit Dyspnoe, Zyanose, Hämoptoe. Ohne Chemotherapie letaler Verlauf.
  • Pestsepsis: Tödliche Komplikation im Endstadium der Bubonen- oder Lungenpest, auch nach kleinen oder nicht nachweisbaren Bubonen.
  • Abortive Pest: Meist einzelner Bubo, leichtes Fieber. Eitrige Einschmelzung und Abheilung.

Diagnose

Nur durch Anzüchtung des Erregers (Speziallabor, Blutkultur).

Differentialdiagnose

Therapie

Interne Therapie

Verlauf/Prognose

Letalität der Bubonen-Pest unbehandelt 50%, behandelt 10%.

Prophylaxe

Sicherer Schutz von Kontaktpersonen (Postexpositionsprophylaxe) mit Doxycyclin 2mal/Tag 100 mg p.o.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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