Penicillamin

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Penicillin-Spaltprodukt.

Halbwertzeit

1–3 h

Indikation

Rheumatoide Arthritis, systemische Sklerodermie, M. Wilson, Schwermetallvergiftungen (Blei, Quecksilber, Arsen, Kupfer, Zink).

Eingeschränkte Indikation

Alter > 65 Jahre, schwere Infektionen (Therapie vorübergehend aussetzen).

Dosierung und Art der Anwendung

Merke! Vor Einleitung der Therapie muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Unter der Therapie muss von Frauen eine effektive Kontrazeption durchgeführt werden!

  • Rheumatoide Arthritis, systemische Sklerodermie: Initial 150 mg/Tag p.o., Steigerung um 150 mg/Tag alle 14 Tage bis auf 600 mg/Tag, bei ausbleibender Wirkung weitere Steigerung bis auf max. 900-1200 mg/Tag. Bei Wirkungseintritt langsame Dosisreduktion auf eine Erhaltungsdosis von 300-600 mg/Tag. Klinische Besserung erfolgt in der Regel erst nach 2-3-monatiger Therapie. Therapieabbruch, wenn nach 3-4-monatiger Einnahme von 900-1200 mg/Tag keine deutliche Besserung eintritt.
  • M. Wilson: 10-20 mg/kg KG/Tag p.o.
  • Schwermetallvergiftung: Initial 4mal/Tag 250-500 mg p.o. mit langsamer Dosisreduktion.

Normkonzentration

2,5% in Shampoos zur Therapie durch Kupferkontakt grün verfärbter Haare.

Unerwünschte Wirkungen

S.u. Penicilline.

Wechselwirkungen

S. Tabelle 1.

Kontraindikation

Schwangerschaft, Stillzeit, Penicillin-Überempfindlichkeit, schwere Störungen des hämatopoetischen Systems, syst. Lupus erythematodes bzw. hochtitrige ANAs, gleichzeitige Gold- oder Chloroquin-Therapie, Leberparenchymschäden, Niereninsuffizienz.

Präparate

Metalcaptase

Patienteninformation

Merke! Einnahme der Tabletten nüchtern und über den Tag verteilt!

Tabellen

Wesentliche Wechselwirkungen von Penicillamin

Auranofin

wechselseitige Toxizität ↑

Azathioprin

Penicillamin-Toxizität ↑

Butazone

Blutbildungsstörungen, Nierenschäden, Kombination meiden

Chloroquin

Blutbildungsstörungen, Kombination meiden

Goldpräparate

Blutbildungsstörungen, Nierenschäden, Kombination meiden

Zytostatika

Blutbildungsstörungen, Nierenschäden

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