Osteoma cutis D23.0

Synonym(e)

cutaneous ossification; echte Osteome der Haut; heterotope Knochenbildung; heterotope Ossifikation; Ossifikation kutane; Osteom; Osteome der Haut echte; subcutaneous ossification

Definition

Seltene, gutartige, angeborene oder sich später manifestierende, meist multipel auftretende Hauttumoren, die durch dermale Ossifikation entstehen.

Einteilung

Man unterscheidet:

  • primäre (neoplastische)
  • sekundäre (metaplastische) Osteome.

Die Klassifikation der Osteome ist nicht einheitlich, einige Autoren gebrauchen den Begriff "Osteoma cutis" nur für primäre Ossifikationen, die nicht im Rahmen einer Osteodystrophia hereditaria auftreten. S.a. Osteosis cutis multiplex.

Ätiopathogenese

Bei primären Osteomen ist die Ursache unklar. Diskutiert werden eine Umwandlung von omnipotenten Bindegewebszellen in Osteoblasten, eine Versprengung von Knochenkeimzentren, die Auffassung des Osteoms als Hamartom und eine erbliche Prädisposition.

Bei sekundären Osteomen (heterotope Ossifikation) bilden chronische Entzündungsvorgänge, besonders bei Acne vulgaris, Traumata, chronischen venösen Insuffizienz, endokrinologische Störungen (Pseudohyperparathyreoidismus) die Grundlage zur heterotopen Ossifikation. Hierbei wird eine Metaplasie diskutiert, wobei sich mesenchymale Zellen in einem geeigenten entzündlichen Milieu) zu Osteoblasten differenzieren. 

Lokalisation

Vor allem an Capillitium (Osteome der Kopfhaut), bzw. Gesicht (Osteosis multiplex faciei) auftretend.

Klinisches Bild

Stecknadelkopfgroße, derbe Knötchen und/oder umfangreiche harte, höckrige Infiltrate.Osteome in der Kindheit sind auch ein BVegleitsymptom des Pseudohypoparathyreoidismus

Histologie

Für alle Formen der kutanen Ossifikation ist der Nachweis von lamellären Knochengewebe an der Kutis-Subkutis Grenze. Es finden sich unregelmäßig geformte Knochenbälkchen, in den Randbereichen stellenweise Osteoblasten und Osteoklasten in Howshipschen Lakunen. Osteoid ist nachweisbar. Die skundäre Ossifikation ist von der primären dadurch zu unterscheiden, dass noch ein Bezug zu einem präexistenten Prozess hergestellt werden kann (z.B. zu einem entzündlichen oder neoplastischen Prozess).  

Diagnose

Histologie. Röntgen: Glatt begrenzte, knochendichte Verschattungen.

Differentialdiagnose

Therapie

Verlauf/Prognose

Günstig.

Literatur
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Disclaimer

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Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2018