Ornithose A70

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Papageienkrankheit; Psittakose

Definition

Meldepflichtige, von Vögeln auf Menschen durch Tröpfcheninfektion übertragbare Chlamydienerkrankung.

Erreger

Chlamydia psittaci.

Vorkommen/Epidemiologie

Bundesweit etwa 80-100 Erkrankungen/Jahr.

Ätiopathogenese

Infektion des Menschen durch Kontakt mit befallenen Vögeln (Sekrete, Federn, Kot), vor allem von Tierfarmen (Enten, Truthühner) oder Tauben. Seltener treten tropische Vögel oder Zugvögel als Reservoir in Erscheinung.

Klinisches Bild

  • Extrakutane Manifestationen: Inkubationszeit: 10-14 Tage. Schwerere Formen gehen mit Fieber, Schüttelfrost, schweren Allgemeinsymptomen, Lichtempfindlichkeit und atypischer, interstitieller Pneumonie (Husten und mäßiger, oft hämorrhagischer Auswurf) einher.
  • Hautveränderungen: Blässe, ikterische Haut, kleine rotbräunliche, unter Glasspateldruck verschwindende Makulae. Selten papulöse, multiforme oder nodöse Erytheme.

Diagnose

Chlamydia-psittaci-Antikörper-Nachweis mit monoklonalen Antikörpern (z.B. ELISA) in Blut und Sputum. Alternativ: Mikroimmunfluoreszenztest (MIF). Erregerisolierung (kulturell) auf angebrütetem Ei oder ggf. in Zellkultur. PCR-Nachweis des MOMP1-Gens aus Sputum oder Blut.

Therapie

Doxycyclin (z.B. Supracyclin) 2mal/Tag 100 mg p.o. über 14-21 Tage. Alternativ Erythromycin (z.B. Erythrocin) 4mal/Tag 500 mg p.o.

Verlauf/Prognose

Letalität bei antibiotischer Therapie: 0,5-5%.

Prophylaxe

Quarantäne der importierten Vögel und eingewanderter Menschen.

Weiterführende Artikel (4)

Chlamydien; Doxycyclin; Erythromycin; Fleck;

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