Ochronose exogene erworbene E70.2

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Erworbene exogene Ochronose

Erstbeschreiber

Pick, 19o6

Definition

Exogen induzierte, durch Bleichmittel hervorgerufene, (kosmetische) Ochronose-Variante, die besonders häufig bei dunkelhäutigen Afrikanern auftritt.   

Vorkommen/Epidemiologie

In Europa seltener Befund. Für Südafrika wird bei der dunkelhäutigen Bevölkerung eine Prävalenz von 28-35% angegeben. 

Ätiopathogenese

Nicht eindeutig bewiesen! Es wird angenommen, dass das in Bleich-Cremes enthaltene Hydrochinon die gewebeständige Homogentisinsäure-Oxydase blockiert . Insofern kommt es zu einer Ansammlung und Ablagerung von Homogentisinsäure-Polymerisaten. 

Risikofaktoren für die Manifestation der Erkrankung sind Hauttyp V/VI, UV-Exposition und ethnische Besonderheiten (Langzeitbleaching ist ein kulturelles Phänomen bestimmter Volksgruppen für die ein helleres Hautbild ein erstrebenswertes Schönheitsideal ist).  

Manifestation

Die Langzeitanwendung von Bleachingssubstanzen bei dunkelhäutigen afrikanischen Frauen wird mit 25-96% angegeben.  

Lokalisation

Gesicht mit Betonung der Jochbeinbögen und der besonders UV-exponierten Areale. 

Klinisches Bild

Asymptomatische, flächige, konfluierende, unregelmäßige, braune bis schiefergraue Hyperpigmentierungen, teils mit unterlagerndem Erythem.  Die Veränderungen treten insbes. über Knochenvorsprüngen (Stirn, Nase, Jochbeine) hervor. 

Histologie

In der oberen Dermis gruppiert liegende, gräulich-basophil tingierte feinfiedrige kollagene Fasern. Im Papillarkörper leicht verklumpt erscheinende gelblich-bräunliche "ochronotische" Fasern. Vereinzelt Makrophagen.

Differentialdiagnose

Die Erkrankung ist abzugrenzen von der extrem seltenen, autosomal-rezessiven endogenen Ochronose (Alkaptonurie) mit Defekt der Homogentisinsäureoxidase.     

Therapie

Vermeidung Hydrochinon-haltiger Bleichmittel. Konsequenter Lichtschutz. 

Fallberichte zu erfolgreichenTherapieansätzen mit Tretinoin, Trichloressigsäure und Kryotherapie liegen vor.

Weiterhin wurde über den erfolgreichen Einsatz versch. Lasersysteme CO2-, Rubin-,Alexandrit-, Nd-YAG-Laser berichtet evtl. in Kombinatione mit Dermabrasion.     

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Azami A et al.(2014)  Alkaptonuric ochronosis: a clinical study from
  2. Ardabil, Iran. Int J Rheum Dis 17:327-332.
  3. Bhattar PA et al.(2015) Exogenous Ochronosis. Indian J Dermatol 60:537-543.
  4. Blumeyer A et al. (2016) Progrediente Hyperpigmentierungen im Gesicht. Hautarzt 67: 922-924
  5. Haas N et al. (1988) Ochronoseartige Pigmentierung nach hydrochinonhaltiger Bleichcreme bei einer Schwarzafrikanerin. Akt Dermatol 14: 173-176
  6. Pick L (1906) Ueber die Ochronose. Berl Klin Wochenschrift 43: 478-480 
  7. Simmons BJ et al.(2015) Exogenous ochronosis: a comprehensive review of the diagnosis, epidemiology, causes, and treatments. Am J Clin Dermatol 16:205-212.
  8. Tan SK (2011) Exogenous ochronosis in ethnic Chinese Asians: a clinicopathological
  9. study, diagnosis and treatment. J Eur Acad Dermatol Venereol 25:842-850.
     

Verweisende Artikel (2)

Melasma; Ochronose;

Weiterführende Artikel (1)

Hydrochinon;

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2019