Neodym-YAG-Laser

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

Nd-YAG-Laser; Nd:YAG-Laser

Definition

Festkörperlaser, bei dem innerhalb eines Kristalls (hier YAG = Yttrium-Aluminium-Granat) als aktives Medium Metallionen eingelagert sind. Die Emissionslinien liegen bei 1064 und 1320 nm (Infrarot). Geringe Absorption an der Hautoberfläche, große Streuwirkung, tief reichende thermische Wechselwirkungen (tiefe Koagulation [Koagulationsnekrosen] bis zu 5-6 mm), kontinuierliche und diskontinuierliche Betriebsarten.

Allgemeine Definition

  • Gütegeschaltete Nd:YAG-Laser (KTP-Nd:YAG-Laser) werden mit Pulsen im ns-Bereich bei 1064 nm Wellenlänge insbesondere zur Destruktion tief gelegener schwarzblauer Tätowierungen eingesetzt. Die Eindringtiefe ist bei dieser Wellenlänge bei gleichem Strahldurchmesser größer als die des Rubin- und Alexandritlasers. Frequenzverdoppelt bei 532 nm auch Eignung zur Photothermolyse roter Farbstoffe (Tätowierungen) und von Melanin.
  • Bei dem gütegeschalteten Nd:YAG-Laser sind seit einiger Zeit Impuslängen im Picosekundenbereich möglich. Mit diesen kürzeren Impulsen lassen sich Tätowierungen schneller und besser entfernen. 
  • 1064 nm-Nd:YAG-Laser mit Pulsen im ms-Bereich werden zu Photothermolyse von Haarfollikeln und zur Gefäßbehandlung angewendet. Frequenzverdoppelte (532 nm), ms-gepulste Laser können zur Gefäßbehandlung verwendet werden, sind jedoch in der Regel weniger gut wirksam als der flashlamp-pumped pulsed-dye laser (FPDL) und haben eine höhere Nebenwirkungsrate (Pigmentverschiebungen, Gefahr epithelialer Schädigung mit Närbchen).

Indikation

Großknotige vaskuläre Fehl- und Neubildungen der Haut und Schleimhaut, gutartige melanozytäre Naevi, schwarze oder blaue Tätowierungen. Bei höherer Leistungsdichte kann der Neodym-YAG-Laser zur Vaporisation von Hauttumoren eingesetzt werden.

Durchführung

Standard: Laserung mit 3,0 J/cm2, 10 Hz, ggf. abweichend je nach Indikation und Spezifikationen des verwendeten Gerätes. Oberflächenanästhesie mit Lokalanästhetika wie EMLA-Creme und Kühlung sind günstig, ggf. Infiltrationsanästhesie.

Unerwünschte Wirkungen

Temporäre Ablagerung von Hämosiderin. Postinterventionell nach Nd:YAG-LAserung (1064 nm) zeigen sich häufig Krusten und eine leichte Purpura. Nach KTP-Nd:YAG-Laserung bestehen häufig ein postinterventionelles Erythem, Hyper- und Hypopigmentierungen. Seltener: Narbenbildung, Keloid, Pigmentverschiebung.
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017