Nasenflügelgeschwür trophoneurotisches T88.8

Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Nasenulkus neutrophisches; neurotrophes Trigeminus-Syndrom; trigeminal trophic syndrome; Trigeminus-Syndrom neurotrophes; Ulcus trophoneuroticum; Ulkus neurotrophisches bei neurotrophischem Trigeminus-Syndrom

Definition

Seltene Komplikation nach iatrogener Schädigung des Nervus trigeminus (70%). Ausgelöst z.B. durch Eingriffe am Ganglion Gasseri oder neurologische Erkrankungen (10%) wie u.a. ischämische Kernläsionen mit charakteristischem Nasenflügeldefekt (ulcération en arc) sowie Anästhesie und Parästhesie im Innervationsgebiet des 2. Trigeminusastes. S.a. Malum perforans.

Manifestation

Durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 50-55 Jahren.

Lokalisation

Nasenfügel (80%); re>li; Wange (28%); Oberlippe (10%); Kornea 18%. Nasenspitze bleibt stets frei.

Klinisches Bild

Eminent chronisches, mit einer Kruste bedecktes, 0,5-1,0 cm großes, wie ausgestanzt wirkendes Ulkus mit kraterartigen Rändern. ES besteht keinerlei Heilkungstendez trotz adäquater Therapiemaßnahme. Kein Hinweis für lokale Infektion. Leichte kollaterale Rötung möglich. Die periulzeröse Haut ist hyp-oder anästhetisch.     

Differentialdiagnose

  • Ulzeriertes Basalzellkarzinom (Ulcus rodens)
  • kutane Leishmaniose
  • Artefakt
  • Herpes simplex-Infektion

 

Therapie

  • Durch Dysästhesien und Krustenbildung ausgelöste Manipulationen am Nasenflügel bedingen bzw. unterstützen die Ulkusentwicklung. Aufklärung des Patienten über den Zusammenhang ist deshalb erste Maßnahme. Bei Vermeidung von Manipulationen (ggf. auch durch schützende Verbände) kann es zur vollständigen Abheilung kommen. Da die Erkrankung häufig bei älteren, psychisch alterierten Menschen auftritt, kann die Manipulation nicht in allen Fällen ausgeschaltet werden.
  • Therapieversuche mit Elektrostimulation, Vitamin B-Präparaten und Antidepressiva sind beschrieben (Carbamazepine, Gabapentin).
  • Bei ausgedehnten Befunden operative Rekonstruktion oder epithetische Versorgung. Gefahr des Rezidivs ist > 50%.  
  • Bei Superinfektion lokale antiseptische Externa wie Betaisodona-Salbe. Wichtig ist der vorherige histologische Ausschluss von bösartigen Veränderungen.

Literatur
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  1. Litschel R et al. (2003) Herpes zoster-associated trigeminal trophic syndrome: a case report and review. Eur Arch Otorhinolaryngol 260: 86-90
  2. Maaßen D et al. (1990) Das Neurotrophe Trigeminus-Syndrom. Akt Dermatol 16: 3–6
  3. Sawada T et al. (2014) Trigeminal trophic syndrome: report of a case and review of the published work. J Dermatol 41:525-528

  4. Weintraub E et al. (1982) Trigeminal trophic syndrome. J Am Acad Dermatol 6: 52–57

Weiterführende Artikel (1)

Malum perforans;

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