Naevus spilus L81.4

Zuletzt aktualisiert am: 26.06.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Kiebitzeinaevus; Kiebitzei-Naevus; Speckled lentiginous nevus

Erstbeschreiber

Burkley, 1842

Definition

Bereits bei Geburt bestehender, scharf begrenzter, unregelmäßig geformter, meist linsen- bis handtellergroßer, milchkaffeebrauner Fleck mit kleinen braunen oder auch schwarz-braunen Einsprengungen (auch Kiebnitzei-Naevus), die sich häufig erst im Laufe der ersten Lebensjahre  entwickeln.

Klinisches Bild

Bereits bei Geburt vorhandener (wird häufig übersehen), scharf begrenzter, unregelmäßig geformter, meist 0,4-10,0 cm großer, milchkaffeebrauner Fleck mit kleinen dunkelbraunen, spritzerartigen Flecken, die sich häufig erst im Lâufe der ersten Lebensjahre entwickeln.

Im Laufe des Lebens können sich die initial eher diskreten Einsprengungen zu deutlich prägenden schwarzbraunen Papeln umwandeln, und geben damit dieser  Naevusvariante ihren typischen Aspekt.

In seltenen Fällen wird die Entwicklung von maligenen Melanomen in einem Naevus spilus beobachtet.

Insofern bedarf der Naevus spilus einer regelmäßigen klinischen Kontrolle.

Histologie

Z.T. basale Hyperpigmentierung wie bei Lentigo simplex, im Bereich der dunklen Areale Nester aus Melanozyten wie bei melanozytären Naevi.

Differentialdiagnose

Der Naevus spilus ähnelt dem Cafe-au-lait-Fleck, unterscheidet sich von diesem jedoch durch die dunklen Einsprengungen in dem unterliegenden braunen Fleck. Der  Begriff Kiebitz-Ei-Naevus bezeichnet diesen Aspekt sehr gut.

Becker-Naevus: Dieser Naevus ist nicht angeboren, entwickelt sich meist erst postpubertär (Androgenabhängigkeit?) und zeigt neben einem aufgebrochenen retikulierten Rand eine Hypertrichose.

Therapie

Hinweis(e)

"spilus" = gesprenkelt

Literatur
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  1. Breitkopf CB et al. (1996) Neubildungen auf Naevus spilus. Hautarzt 47: 759–762
  2. Cramer SF (2001) Speckled lentiginous nevus (nevus spilus): the "roots" of the "melanocytic garden". Arch Dermatol 137: 1654-1655
  3. Happle R (2002) Speckled lentiginous nevus syndrome: delineation of a new distinct neurocutaneous phenotype. Eur J Dermatol 12: 133-135
  4. Mang R et al. (2003) Unusual clinical presentation of melanocytic nevi. Hautarzt 54: 370-372
  5. Sarin KY et al. (2014)  Activating HRAS mutation in nevus spilus. J Invest Dermatol 134:1766-1768
  6. Schaffer JV et al. (2001) Speckled lentiginous nevus: within the spectrum of congenital melanocytic nevi. Arch Dermatol 137: 172-178
  7. Tavoloni Braga JC et al. (2014)  Early detection of melanoma arising within nevus spilus. J Am Acad Dermatol 70:e31-e32

Disclaimer

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