Myiasis furunkuloide B87.8

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Beulenmyiasis; Dasselbeule; Dermatobiasis; in der Tiermedizin als "Hypodermose" bezeichnet.

Definition

In Afrika und Mittel- Südamerika (vereinzelt auch in den USA) vorkommende kutane Myiasis durch einzelne, in die Kutis und Subkutis penetrierte und sich dort stationär entwickelnde Fliegenlarven.

Erreger

Cordylobia anthropophaga (Tumbufliege) und Wohlfahrtia vigil (Vorkommen in Afrika), Dermatobia hominis (Dasselfliege: Vorkommen in Mittel- und Südamerika). Larven dringen unbemerkt in die Haut ein und entwickeln sich in der Subkutis.

Vorkommen/Epidemiologie

Spezifische Form des Fliegenmadenbefalls (Myiasis), bei der die Larven (Fliegenmaden),  in Kutis und/oder Subkutis monatelang parasitieren.

Dasselfliegen haben eine starke Wirtsspezifität. In Europa werden Dasselbeulen v.a. bei Tieren, so bei Rindern (Hypoderma bovis), Rehen ( Hypoderma diana), Hirschen (Hypoderma actaeon) gefunden. Dermatobia hominis  befällt den Menschen  kommt aber nur in Südamerika vor. Insofern betrifft der Dasselbeulenbefall nur Touristen die sich in den betreffenden Gegenden aufgehalten haben.   

 Dasselfliegen entwicklen eine besondere Technik. Die Weibchen fangen Moskitos oder andere blutsaugenden Insekten ein, befestigen Eier an der Unterseite des Tieres und lassen es wieder frei. Kommt das blutsaugende Insekt mit dem Menschen in Kontakt, lösen sich die Eier ab, haften an Haut oder Haaren. Die Larven schlüpfen innerhalb weniger Wochen. Sie penetrieren die Haut und verursachen dort eine chronische abszedierende Entzündung (entzündlicher Knoten mit zentralem Porus). In einem Knoten sitzt nur 1 Made. In der Regel bleiben die Maden oberflächlich. Nur bei immungestörten Patienten können sie sich in tiefere Regionen der Subkutis ausdehnen. Es entstehen Abszesse und die Gefahr der Sepsis.

Die Tumbufliege (Cordylobia anntrophaga) liegt ihre Eier an der Oberfläche von Gegenständen z.B. Textilien ab. Von dort aus gelangen die ausschlüpfenden Larven direkt auf die Haut wo sie sich einbohren. (Wichtig für Reisende: in tropischen Regionen werden Textilien nach dem Waschen häufig auf der Erde oder auf Büschen zum Trocknen ausgelegt. Die Tumbufliege legt die Eier gerne auf diesen Textilien ab, sodass sie dann beim Tragen auf die Haut gelangen können.    

 

Klinisches Bild

Einer oder mehrere, sich langsam vergrößernde, schmerzhafte furunkuloide Knoten, oft mit zentraler, kraterförmiger Ulzeration (Atemöffnung der Larve). Evtl. Schwellung der regionalen Lymphknoten, Muskelschmerzen.

Die ausgereifte Larve verlässt die Haut. S.u. Myiasis.

Therapie

Literatur
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  1. Arosemena R et al. (1993) Cutaneous myiasis. J Am Acad Dermatol 28: 254–256
  2. Frieling U, Nashan D, Metze D (1999) Kutane Myiasis - ein Urlaubssouvenir. Hautarzt 50: 203–207
  3. Safdar N et al. (2003) Autochthonous furuncular myiasis in the United States: case report and literature review. Clin Infect Dis 36: e73-80
  4. Schiff TA (1993) Furuncular cutaneous myiasis caused by Cuterebra larva. J Am Acad Dermatol 28: 261–263
  5. Szczurko C et al. (1994) Ultrasonography of furuncular cutaneous myiasis: detection of Dermatobia hominis larvae and treatment. Int J Dermatol 33: 282–283
  6. Tamir J et al. (2003) Dermatobia hominis myiasis among travelers returning from South America. J Am Acad Dermatol 48: 630-632
  7. v. Stebut E et al. (2015) Reisdermatosen. Akt Dermatol 41: 433-439

Weiterführende Artikel (2)

Myiasis (Übersicht); Subkutis;

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