mTOR-Inhibitoren; Inhibitoren für mTOR;

Zuletzt aktualisiert am: 02.09.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

m-TOR-Inhibitoren

Definition

Inhibitoren für mTOR (mechanistic target of rapamcyin complex 1) hemmen die Übertragung des IL-2-Signals (wie auch die Calcineurininhibitoren, jedoch über einen anderen Weg). Als zentraler Zellweg kontrolliert der mTORC1-Weg Zellwachstum, Stoffwechsel und Autophagie. 

Inhibitoren für mTOR entfalten ihre Wirkung in einem späteren Stadium der Lymphozytenaktivierung. Sie hemmen die Aktivität von Proteinkinasen, die an der Signalweiterleitung über den IL-2-Rezeptor beteiligt sind. Damit wird die Proliferation von T-Zellen supprimiert. Weiterhin beugen mTOR-Inhibitoren dem Verschluss von Blutgefäßen im Transplantat vor, indem sie das Wachstum von Endothelien hindern. Bemerkung: Blutgefäßverschlüsse sind relevante pathologische Mechanismen bei chronischer Transplantatabstoßung.

Präparate

Aktuell werden folgende mTOR-Inhibitoren klinisch eingesetzt:
  • Everolimus (Rapamycin)
  • Sirolimus

Hinweis(e)

mTOR (Akronym für mechanistic -auch mammalian - Target of Rapamycin bezeichnet ein bei allen Säugetieren vorkommendes Protein, an das die Immunsuppressiva Everolimus und Rapamycin binden.

  • Es handelt sich bei mTOR um ein für Überleben, Wachstum, Proliferation und Motilität von Zellen wichtiges Enzym, das eine Phosphatgruppe zu mehreren anderen Proteinen und Enzymen hinzufügt und diese so aktiviert. Damit ist mTOR Teil der Signaltransduktion im Körper und Anfang einer Kaskade von Signalwegen. mTOR ist Bestandteil eines Proteinkomplexes, der unterschiedliche Signalwege von Wachstumsfaktoren, Energiehaushalt und Sauerstoffkonzentration der Zelle integriert, die Produktion von Proteinen reguliert und so Zellwachstum und Zellzyklus steuert. Eine Blockade dieses Enzyms führt zu einer globalen Hemmung des Immunsystems.

Literatur
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  1. Rangwala S et al. (2011) Roles of the immune system in skin cancer. Br J Dermatol 165:953-965

Verweisende Artikel (3)

Immunsuppressiva; mTOR-Gen; Sirolimus;
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