Morsicatio buccarum K13.6

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Bruxismus; chronic cheek biting; chronic cheek chewing; Schleimhautschwiele

Definition

Schleimhautschwielen, v.a. an den Wangen, die durch gewohnheitsmäßiges Wangekauen (sog. Habits) oder genüßliche Einziehen der Wangenschleimhaut entstehen, Vorgänge die sich bei Kindern und Erwachsenenen  zu einer habituellen Zwangsreaktion bei Stress oder sonstigem Unbehagen entwickeln können. Kombination mit Cheilophagie (Lippenkauen) ist möglich, s.a. Artefakte.

Ätiopathogenese

Bewusstes oder unbewusstes Einsaugen und Kauen der Wangenschleimhaut.

Klinisches Bild

Streifenförmig zerkaute, weißliche oder fleckförmig gerötete Plaques im Bereich der Wangenschleimhaut mit fetzenförmigen Läsionen im Bereich der Zahnschlussleiste. Daneben treten auch fokale Einblutungen und Erosionen auf. Besonders betroffen ist die vordere bukkale Interdentallinie, da der retroanguläre Bereich besonders leicht zwischen die Zähne eingesaugt werden kann.

Histologie

Unregelmäßige plumpe Akanthose mit fokaler, fetziger  ortho-bzw. parakeratotischer Verhornung.  Keine Zelltypien. Keine Entzündungszellen in der Lamina propria.  

Therapie

Hinweis(e)

Häufig mit nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) verbunden, erkennbar an den stark abgeschliffenen Mahlzähnen.

Literatur
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  1. Cam K et al. (2012)  Oral frictional hyperkeratosis (morsicatio buccarum): an entity to be considered in the differential diagnosis of white oral mucosal lesions. Skinmed 10:114-115
  2. Glass LF et al. (1991) Morsicatio buccarum et labiorum (excessive cheek and lip biting). Am J Dermatopathol 13: 271–274
  3. Silva DR et al. (2003) Self-injurious behavior as a challenge for the dental practice: a case report. Pediatr Dent 25: 62-66
  4. Siragusa M et al. (2013)  Self-inflicted lesions of the mouth and lips in mentally retarded young subjects. Eur J Dermatol 23: 843-848

Weiterführende Artikel (2)

Artefakte; Psychotherapie;

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