Mikrosporie B35.0

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Grubysche Krankheit; Kleinsporenflechte; microsporosis; Phytoalspecie; Porrigo decalvans

Erstbeschreiber

Gruby, 1841; Sabouraud, 1892

Definition

  • Hoch kontagiöse, nicht abszedierende Follikulitis durch Mikrosporumarten.
  • Unter den nachgewiesenen Fällen Dermatomykosen liegt der Anteil an Infektionen durch  Mikrosporum-Arten bei etwa 4% (Heidrich D et al.  2015)  
  • Bevorzugt wird das Capillitium (Tinea capitis) von Kindern oder Jugendlichen befallen.
  • Befall des gesamten Integuments (Tinea corporis) möglich (aber selten)
  • Bei Tinea capitis werden etwa 50% der Fälle durch Mikrosporum-Arten hervorgerufen. 

Erreger

M. canis (zoophil),  M. audouinii (anthropophil);  M. gypseum (geophil)

Vorkommen/Epidemiologie

Der zoophile M. canis breitet sich oft endemisch in Kindergärten und Schulen aus. Direkter Körperkontakt oder Übertragung durch infizierte Gegenstände.

Ätiopathogenese

Infektionsquelle: Infiziertes Tier (Katze, Hund).

Manifestation

Fast ausschließlich werden Kinder und Jugendliche betroffen (enger Kontakt mit infizierten "Kuscheltieren").  

Klinisches Bild

  • Capillitium: Zunächst multiple, kleine, pityriasiform schuppende, langsam wachsende, zu polyzyklisch begrenzten Arealen konfluierende Herde mit kurz über dem Haarboden abgebrochenen Haaren (Vergleich mit einer schlecht gemähten Wiese).  
  • Gesicht, Hals, Rumpf und Extremitäten: Anuläre, hellrote bis sattrote, randbetonte, Collerette-artig schuppende  Plaques. Meist besteht deutlicher Juckreiz.
  • Diagnose: Erregernachweis im Nativpräparat und in der Kultur, Grünfluoreszenz im Wood-Licht.

Externe Therapie

Interne Therapie

Verlauf/Prognose

Nachwachsen der Haare nach der Abheilung.

Hinweis(e)

Der Begriff "Mikrosporie" als Bezeichnung für ein Erregerspezifikum hat sich (analog zu "Trichophytie") umgangssprachlich etabliert. Das jeweilige  durch Mikrosporumarten hervorgerufene Krankheitsbild, z.B. bei  Befall des Capillitiums, wird jedoch alsTinea bezeichnet, z.B. Tinea capitis.  

Literatur
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  1. Bender TW 3rd (2002) Cutaneous manifestations of disease in athletes. Skinmed 1: 107-114
  2. Degreef HJ et al. (1994) Current therapy of dermatophytosis. J Am Acad Dermatol 31: S25–S30
  3. Duek L et al. (2004) The pathogenesis of dermatophyte infections in human skin sections. J Infect 48: 175-180
  4. Guidelines/Outcomes Committee (1996) Guidelines of care for superficial mycotic infections of the skin: Tinea capitis and tinea barbae. J Am Acad Dermatol 34: 290–294
  5. Gruby D (1841) Mémoire sur une végetátion qui constitue la vraie teigne. Comptes Rendus Acad Scien (Paris) 13: 72-75
  6. Gruby D (1842) Sur un nouveau crytogame qui se développe dans la racine des poils de la barbae et constitue une espèce de mentagre contagieuse. Comptes Rendus Acad Scien (Paris) 15: 512-513
  7. Heidrich D et al.(2015) Dermatophytosis: a 16-year retrospective study in a metropolitan area in southern
    Brazil. J Infect Dev Ctries. 2015 9: 865-871
  8. Kriegesmann I et al. (1990) Exanthematische Mikrosporie. Akt Dermatol 16: 321–322
  9. Sabouraud RJA (1894) Les trychophyties humaines. Rueff et cie, Paris

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