Mikrosatelliteninstabilität

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Alle Autoren

Synonym(e)

MSI

Definition

Mikrosatelliten sind kurzstreckige Abschnitte der DNS, die durch einfache Wiederholungsmuster der zugrundeliegenden Bausteine gekennzeichnet sind. Entstehen bei der Zellteilung Fehler im Aufbau dieser Mikrosatelliten, so entdecken und korrigieren bestimmte Reparaturproteine, z.B. DNA-Polymerasen (s.u. Polymerase-Kettenreaktion), diese fehlerhafte Struktur (z.B. fehlerhafte Basensequenzen = mismatch) bei der DNA-Replikation (s. DNA-Reparatur). Diese Polymerasen führen eine sogenannte „mismatch Reparatur“ durch. Ist dieser Korrekturmechanismus gestört, z.B. durch Mutationen der für diese Reparaturproteine kodierenden Gene (hMLH1, hMSH2, hMSH6, hPMS1, hPMS2), so weichen die Mikrosatelliten nach der fehlerhaften Teilung von ihrer normalen Länge ab, weil "Bausteine" vertauscht wurden oder fehlen. Werden in einem Tumorgewebe unterschiedliche Längen der Mikrosatelliten angetroffen, so spricht man von "Mikrosatelliteninstabilität" (MSI). Mikrosatelliteninstabilität wird typischerweise bei Tumoren aus dem Formenkreis des HNPCC gefunden. Die Untersuchung auf Mikrosatelliteninstabilität ist gängig bei Erkrankungen am erblichen Dickdarmkarzinom vom nicht-polypösen Typ (HNPCC =hereditäres Kolorektal-Karzinom ohne generalisierte Polypose) bzw. beim Muir-Torre-Syndrom, einer Minus-Variante des HNPCC.

Naturheilkunde

Mikrosatelliten sind kurzstreckige Abschnitte der DNS, die durch einfache Wiederholungsmuster der zugrundeliegenden Bausteine gekennzeichnet sind. Entstehen bei der Zellteilung Fehler im Aufbau dieser Mikrosatelliten, so entdecken und korrigieren bestimmte Reparaturproteine, z.B. DNA-Polymerasen, diese fehlerhafte Struktur (z.B. fehlerhafte Basensequenzen = mismatch) bei der DNA-Replikation. Diese Polymerasen führen eine sogenannte „mismatch repair“ durch. Ist dieser Korrekturmechanismus gestört, z.B. durch Mutationen der für diese Reparaturproteine kodierenden Gene (hMLH1, hMSH2, hMSH6, hPMS1, hPMS2), so weichen die Mikrosatelliten nach der fehlerhaften Teilung von ihrer normalen Länge ab, weil "Bausteine" vertauscht wurden oder fehlen. Werden in einem Tumorgewebe unterschiedliche Längen der Mikrosatelliten angetroffen, so spricht man von "Mikrosatelliteninstabilität" (MSI). Mikrosatelliteninstabilität wird typischerweise bei Tumoren aus dem Formenkreis des HNPCC gefunden. Da DNA in Tumoren häufiger repliziert wird als in anderen Zellen, kann man durch Vergleich von DNA-Sequenzen (Mikrosatellitenmarkern) aus einem Tumor und anderer DNA des gleichen Organismus Mikrosatelliteninstabilität nachweisen. Tritt sie im untersuchten Tumor tatsächlich auf, so kann man davon ausgehen, dass beim Patienten ein Gendefekt im DNA-Reparatursystem vorliegt und dies der Grund für die Enstehung eines Malignoms ist. Da dieser Gendefekt vererbt werden kann, sind eine genetische Beratung und erweiterte Vorsorge für den Betroffenen und seine Verwandten anzuraten. Die Untersuchung auf Mikrosatelliteninstabilität ist gängig bei Erkrankungen am erblichen Dickdarmkarzinom vom nicht-polypösen Typ (HNPCC =hereditäres Kolorektal-Karzinom ohne generalisierte Polypose) bzw. beim Muir-Torre-Syndrom, einer Minus-Variante des HNPCC. Literatur

Hinweis(e)

Da DNA in Tumorzellen häufiger repliziert wird als in anderen Zellen, kann man durch Vergleich von DNA-Sequenzen (Mikrosatellitenmarkern) aus einem Tumor und einer anderen DNA des gleichen Organismus Mikrosatelliteninstabilität nachweisen. Tritt sie im untersuchten Tumor tatsächlich auf, so kann man davon ausgehen, dass beim Patienten ein Gendefekt im DNA-Reparatursystem vorliegt und dies der Grund für die Entstehung eines Malignoms ist. Da dieser Gendefekt vererbt werden kann, sind eine genetische Beratung und erweiterte Vorsorge für den Betroffenen und seine Verwandten anzuraten.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Deqin M et al. (2012) Somatic Deletions of the PolyA Tract in the 3' Untranslated Region of Epidermal Growth Factor Receptor Are Common in Microsatellite Instability-High Endometrial and Colorectal Carcinomas. Arch Pathol Lab Med 136:510-516
  2. Heinimann K (2000): Molekulargenetische Diagnostik bei HNPCC (Hereditäres Kolorektal-Karzinom ohne generalisierte Polypose). Schweizerische Ärztezeitung 36: 2009-2012

Verweisende Artikel (2)

DNA-Reparatur; Muir-Torre-Syndrom;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017