Melanose transiente neonatale pustulöse L81.4

Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Neonatale Melanose; Transiente neonatale Melanose; Transient neonatal dermatosis; Transient neonatal pustular melanosis; Transitorische neonatale pustulöse Melanose

Erstbeschreiber

Ramamurthy, 1976

Definition

Bereits bei Geburt manifeste, seltene Säuglingsdermatose. Die (postinflammatorischen) braunen Flecken, die der Erkrankung den Namen gegeben haben, persistieren einige Monate, die Vesikel und Pusteln wenige Tage.

Vorkommen/Epidemiologie

Prävalenz von 4-5% bei farbigen Neugeborenen. Bei Nichtfarbigen liegt die Prävalenz mit 0,1-0,2% deutlich niedriger.

Ätiopathogenese

Nach heutiger Auffassung handelt es sich um eine Variante des Erythema (toxicum) neonatorum.

Manifestation

Bereits bei Geburt vorhanden, vermehrtes Auftreten bei afroamerikanischen Säuglinge.

Lokalisation

Hals, Gesicht, Rumpf, palmo-plantar 

Klinisches Bild

Keine Allgemeinsymptomatik. Disseminierte, über den ganzen Körper verteilte, braune Flecken mit nicht-follikulären Vesikeln und Pusteln. Typisch ist der Befall von Palmae und Plantae. Neben 0,1-0,2 cm großen schlaffen Bläschen und schlaffen Pusteln finden sich bei älteren Läsionen braune Flecken mit oder ohne Collerette-artiger trockener Schuppung.

Bei dunkelhäutigen Neugeborenen heilen die Läsionen häufig hyperpigmentiert ab. Bei hellhäutigen fehlt i.A. die postinflammatorische dunkle Fleckbildung.  Die Hyperpigmentierungen sind reversibel und verschwinden nach 2-3 Monaten komplett.

Histologie

Unspezifisch: Intra- oder subkorneale Aggregation von neutrophilen Granulozyten, vereinzelt Eosinophile. Im Korium ist ein lympho-histiozytäres entzündliches Infiltrat nachweisbar.

Diagnose

Diagnosestellung anhand des klinischen Bildes. Weitere Parameter sind unspezifisch und nicht Diagnose-relevant.

Differentialdiagnose

  • Erythema (toxicum) neonatorum: erst 12-48 Stunden nach der Geburt auftretend; 3-4 Tage andauernd; extremitätenbetontes Exanthem; kein Befall von Palmae und Plantae.
  • Pyodermie: lokalisierter Befall; kein exanthematisches oder generalisiertes Bild; Erregernachweis.
  • Skabies des Säuglings: nicht bei Geburt existent; meist lokalisierter Befall; Anamnese; Milbennachweis.
  • Akropustulose, infantile: klinisch und histologisch große Analogien; bei der infantilen Akropustulose fehlen die Hyperpigmentierungen.

Therapie

Verlauf/Prognose

Keine assoziierte Systemerkrankung. Spontanheilung innerhalb von 3 Monaten.

Literatur
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  1. Barr RJ et al. (1979) Transident neonatal pustular melanosis. Int J Dermatol 18: 636-683
  2. Ghosh S (2015)  Neonatal pustular dermatosis: an overview. Indian J Dermato 60: 211
  3. Hansen LP et al. (1985) Erythema toxicum neonatorum mit Pustulation versus transitorische neonatale pustulöse Melanose. Hautarzt 36: 475-477
  4. Mebazaa A et al. (2011) Transient pustular eruption in neonates. Arch Pediatr 18: 291-293
  5. Mengesha YM et al. (2002) Pustular skin disorders: diagnosis and treatment. Am J Clin Dermatol 3: 389-400
  6. Ramamurthy RS, Reveri M, Esterly NB, Fretzin DF, Pildes RS (1976) Transient neonatal pustular melanosis. J Pediatr 88: 831-835
  7. van Delft R et al.(2012) A neonate with vesicopustular rash. Ned Tijdschr Geneeskd 156:A 2816

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