Mansonelliasis B74.4

Zuletzt aktualisiert am: 15.05.2014

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Definition

Infektionserkrankung, die durch Nematoden der Gattung Mansonella hervorgerufen wird.

Erreger

Mansonella-Spezies (Fadenwürmer der Familie Filariida, insbes. M. ozzardi, M. perstans, M. streptocerca). Übertragung der Larven (Mikrofilarien) durch verschiedene, meist sehr kleine, blutsaugende Stechmückenarten (= sog. Gnitzen). Ansiedlung in den Lymphgefäßen und Lymphknoten, wo sie heranreifen und sich paaren. Entstehende Mikrofilarien zirkulieren im Blut und werden von Mücken beim Saugakt aufgenommen. Die meisten Filarien beherbergen bakterielle Endosymbionten der Gattung Wolbachia (mit Rickettsien verwandt). Diese sind für die Immunologie der Filarien selbst und für ihre Embryogenese bedeutsam, induzieren anderseits im Makrowirt Krankheitserscheinungen (s.u. Filariose).

Vorkommen/Epidemiologie

Afrika und Südamerika. In Endemiegebieten Prävalenz von 10-50%.

Klinisches Bild

Oft asymptomatisch. Allergische Reaktionen mit Pruritus, makulo-papulösen Exanthemen, Urtikaria, subkutane Ödeme, Lymphknotenschwellungen. Gliederschmerzen, Parästhesien und Fieber möglich.

Diagnose

Nachweis der Mikrofilarien im peripheren Blut, gelegentlich in Hautbiopsien bei Onchozerkoseverdacht.

Therapie

Meist keine, evtl. bei klinischer Symptomatik interne Behandlung mit Doxycyclin und Ivermectin.

Therapie allgemein

Schutznetze mit sehr kleiner Maschenweite, Meiden der Mückenbrutstätten vor allem an bewaldeten Flussläufen, Mückenschutz insbesondere abends und nachts.

Interne Therapie

  • Therapie der 1. Wahl: Doxycyclin 100 mg/Tag über 6 Wochen. Kombination mit zwei Einzeldosen Ivermectin (z.B. Mectizan; nur über die internationale Apotheke erhältlich) 1mal 400 μg/kg KG p.o. zu Beginn und im Monat 5 oder 6 nach der Erstapplikation (Blutbild- und Transaminasenkontrolle erforderlich!).
  • Alternativ: Albendazol (z.B. Eskazole) 2mal/Tag 400 mg p.o. für 10-14 Tage.

Literatur
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  1. Galvez Tan JZ (2003) The Elimination of Lymphatic Filariasis: A Strategy for Poverty Alleviation and Sustainable Development - Perspectives from the Philippines. Filaria J 2: 12
  2. Grobusch MP et al. (2003) No evidence of Wolbachia endosymbiosis with Loa loa and Mansonella perstans. Parasitol Res 90: 405-408
  3. Hoerauf A et al. (2001) Depletion of wolbachia enterobacteria in onchocerca vólvulus by doxcycline and microfilaridermia after ivermectin therapy. Lancet 357: 1415-1416
  4. Wanji S et al. (2003) Epidemiology of concomitant infections due to Loa loa, Mansonella perstans, and Onchocerca volvulus in rain forest villages of Cameroon. Med Microbiol Immunol (Berl) 192: 15-21

Verweisende Artikel (1)

Wurminfektionen;

Weiterführende Artikel (2)

Filariose; Onchozerkose;

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