Malleus A24.0

Zuletzt aktualisiert am: 11.07.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Co-Autor: Conrad Hempel

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Synonym(e)

Dermatitis malleosa; glanders; Hautrotz; Nasenrotz; Rotz

Erstbeschreiber

Rayer, 1837; Loeffler u. Schütz, 1882

Definition

Infektionskrankheit durch Burkholderia mallei bei Einhufern und anderen Haustieren. Vorkommen vor allem in Asien, Südamerika und Afrika. Selten beim Menschen auftretend. Bei humanem Befall besteht Meldepflicht.

Erreger

Burkholderia mallei (gramnegatives, stäbchenförmiges, aerobes Bakterium)

Ätiopathogenese

Übertragung des Erregers vor allem durch Kontakt mit Nasen- und Geschwürsekret erkrankter Tiere.

Klinisches Bild

Inkubationszeit wenige Tage bis zu 2-3 Wochen. Je nach Verlauf werden vier Formen unterschieden:
  • Akute fulminante Form: Plötzlicher Beginn mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen.
  • Akuter Hautrotz (Dermatitis malleosa): Entzündlich gerötete Schwellung; häufig zentrale Pustel an der Inokulationsstelle. Umwandlung in gezacktes, unterminiertes, eitrig belegtes Ulkus = Primäraffekt mit schmerzhafter regionaler Lymphangitis acuta und Lymphadenitis. Generalisierung mit schweren Allgemeinsymptomen. Schubweise Entwicklung makulöser, später bullöser oder pustulöser, geschwürig zerfallender Läsionen (Rotzgeschwüre). Schleimhautbefall. Letaler Ausgang in der 2. bis 3. Krankheitswoche bei Beteiligung innerer Organe.
  • Chronische Form: Schleichende Entwicklung ulzerierender Knoten und schlecht heilender Ulzerationen. Begleitende Glieder- oder Gelenkschmerzen. Schleimhaut: Infiltration, Abszesse, Ulzerationen, Mutilationen = Malleus mutilans.
  • Primärer Nasenrotz: Eintrittspforte: Nasenschleimhaut. Schwellung, Pusteln, Geschwüre, zähe, blutig-eitrige Sekretion. Deszendieren der Veränderungen, Erstickungsgefahr, Sepsis.

Diagnose

Erregernachweis: Abstrich, Kultur; positiver Agglutinations- und Komplementbindungstest ab dem 20. Tag.

Therapie

Systemische Antibiotikatherapie nach Antibiogramm ist erforderlich, ggf. auch über lange Zeiträume. Zudem Anwendung von antiseptischen Externa, z.B. mit antiseptikahaltigen Aufschlägen und Verbänden.

Literatur
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  1. Boerner P (1882) A preliminary report on work by the Imperial Health Care Office leading to discovery of the glanders bacillus. Dtsch Med Wschr 52: 707-708
  2. Rayer PFO (1837) De la morve et du farcin chez l’homme. Baillière, Paris

Disclaimer

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