Malleus A24.0

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Dermatitis malleosa; glanders; Hautrotz; Nasenrotz; Rotz

Erstbeschreiber

Rayer, 1837; Loeffler u. Schütz, 1882

Definition

Infektionskrankheit durch Pseudomonas mallei bei Einhufern und anderen Haustieren. Selten beim Menschen auftretend. Bei humanem Befall besteht Meldepflicht.

Erreger

Pseudomonas mallei (= Actinobazillus mallei, Bazillus mallei), gramnegatives Bakterium.

Ätiopathogenese

Übertragung des Erregers vor allem durch Kontakt mit Nasen- und Geschwürsekret erkrankter Tiere.

Klinisches Bild

Inkubationszeit wenige Tage bis zu 2-3 Wochen. Je nach Verlauf werden vier Formen unterschieden:
  • Akute fulminante Form: Plötzlicher Beginn mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen.
  • Akuter Hautrotz (Dermatitis malleosa): Entzündlich gerötete Schwellung; häufig zentrale Pustel an der Inokulationsstelle. Umwandlung in gezacktes, unterminiertes, eitrig belegtes Ulkus = Primäraffekt mit schmerzhafter regionaler Lymphangitis acuta und Lymphadenitis. Generalisierung mit schweren Allgemeinsymptomen. Schubweise Entwicklung makulöser, später bullöser oder pustulöser, geschwürig zerfallender Läsionen (Rotzgeschwüre). Schleimhautbefall. Letaler Ausgang in der 2. bis 3. Krankheitswoche bei Beteiligung innerer Organe.
  • Chronische Form: Schleichende Entwicklung ulzerierender Knoten und schlecht heilender Ulzerationen. Begleitende Glieder- oder Gelenkschmerzen. Schleimhaut: Infiltration, Abszesse, Ulzerationen, Mutilationen = Malleus mutilans.
  • Primärer Nasenrotz: Eintrittspforte: Nasenschleimhaut. Schwellung, Pusteln, Geschwüre, zähe, blutig-eitrige Sekretion. Deszendieren der Veränderungen, Erstickungsgefahr, Sepsis.

Diagnose

Erregernachweis: Abstrich, Kultur; positiver Agglutinations- und Komplementbindungstest ab dem 20. Tag.

Therapie

Literatur
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  1. Boerner P (1882) A preliminary report on work by the Imperial Health Care Office leading to discovery of the glanders bacillus. Dtsch Med Wschr 52: 707-708
  2. Rayer PFO (1837) De la morve et du farcin chez l’homme. Baillière, Paris

Disclaimer

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