Malazessia-Follikulitis des Säuglings B36.8

Zuletzt aktualisiert am: 07.07.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Malassezia Follikulitis; Neonatal cephalic pustulosis; Neonatale zephale; Neonatale zephale Follikulitis; Neonatale zephale Pustulose; Neonatal Malassezia furfur pustulosis; Neonatal Malazessia furfur pustulosis; Pityrosporum-Follikulitis des Säuglings; Pustulose neonatale zephale

Erstbeschreiber

Kraus, 1913

Definition

Nach einer Latenz von 2-3 Wochen nach der Geburt kommt es bei Neugeborenen zu akneiformen Erscheinungen mit Auftreten von follikulären Papulopusteln.

Vorkommen/Epidemiologie

Häufiges Vorkommen. Malassezia furfur lässt sich bei Geburt bei 11% der Neugeborenen bzw. im Alter von 3 Wochen bei 52% der Neugeborenen nachweisen. Bis zu 75% der besiedelten Neugeborenen entwickeln Pusteln unterschiedlicher Ausprägung.

Ätiopathogenese

Pityrosporum ovale ist eine lipophile Hefe, die in talgdrüsenreichen Arealen des Säuglings saprophytär lebt. Die Erreger werden unter und nach der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen.

Lokalisation

Die Erscheinungen betreffen v.a. das Gesicht, den Nacken und das Capillitium.

Klinisches Bild

Nach einer Latenzzeit von 2-3 Wochen kommt es beim ansonsten klinisch unauffälligen Neugeborenen im Bereich des Capillitiums, an Nacken und im Bereich der seborrhoischen Zonen des Gesichts zu einer akuten, "akneiformen Pustulose" mit kleinsten, follikulären, gelblichen Pusteln sowie geröteten Papeln. Der Nachweis von Malassezia furfur gelingt regelmäßig aus Pustelabstrichen, die nativ beurteilt werden können (s.u. Pityriasis versicolor). 

Diagnose

Nachweis der Erreger im Pustelausstrich.

Differentialdiagnose

  • Erythema neonatorum: Auftreten früher. Keine Pustelbildung.
  • Miliaria cristallina: Keine Pustelbildung. Kleinste, wasserklare Bläschen.
  • Milien des Neugeborenen: Können bereits bei Geburt vorhanden sein; keine Pusteln, solide, tiefliegende, feste, gelbe Papeln, kein akuter Verlauf; rupturieren meist nach einigen Wochen.

Therapie

Verlauf/Prognose

Die spontane Abheilung erfolgt innerhalb weniger Wochen; längere Verläufe sind selten.

Hinweis(e)

Die Erscheinungen wurden früher als "Acne neonatorum" bezeichnet und damit ätiologisch verkannt. Sie tritt bei älteren Säuglingen trotz zunehmender Besiedelung mit Malazessia furfur nicht mehr auf. Zu unterscheiden ist diese häufige transiente Säuglingsdermatose von der infantilen Akne (Acne infantilis), die mit Akne-typischen Veränderungen (entzündlichen Papeln, Pusteln, Komedonen) nach dem 3. Lebensmonat auftreten kann.  

Literatur
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  1. Ayhan M et al. (2007) Colonization of neonate skin by Malassezia species: relationship with neonatal cephalic pustulosis. J Am Acad Dermatol 57:1012-101
  2. Bergman JN et al. (2002) Neonatal acne and cephalic pustulosis: is malassezia the whole story? Arch Dermatol 138:255-257
  3. Bernier V et al. (2002) Skin colonization by Malassezia species in neonates: a prospective study and relationship with neonatal cephalic pustulosis. Arch Dermatol 138: 215-218
  4. Crespo Erchiga V, Delgado Florencio V (2002) Malassezia species in skin diseases. Curr Opin Infect Dis 15: 133-142
  5. Rapelanoro R et al. (1996) Neonatal Malassezia furfur Pustulosis. Arch Dermatol 132: 190-193
  6. Zuniga R et al. (2013) Skin conditions: common skin rashes in infants.Skin conditions: common skin rashes in infants. Skin conditions: common skin rashes in infants. FP Essent 407:31-41.

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