Lymphocytic infiltration of the skin L98.8

Zuletzt aktualisiert am: 21.07.2019

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

benign lymphocytic infilttation of the skin; Jessner`s lymphocytic infiltrate; Jessner's lymphocytic infiltration of the skin; Lymphozytäre Infiltration der Haut; Lymphozytische Infiltration der Haut

Erstbeschreiber

Jessner u. Kanof, 1953

Definition

Krankheitsbild, dessen Entität zunehmend bestritten wird. Der vor rund 50 Jahren bei einem Treffen der Bronx Dermatological Society eingeführte Begriff war rein deskriptiv und erhob nicht den Anspruch auf eine eigenständige Erkrankung. Trotzdem verbreitete er sich in der Folgezeit in den dermatologischen Lehrbüchern unter dem Begriff "lymphocytic infiltration". Viele Autoren gehen davon aus, dass der Begriff ersatzlos gestrichen werden kann; es handelt sich bei den diagnostizierten Fällen wahrscheinlich um Fälle von Lupus erythematodes tumidus, Lymphadenosis cutis benigna, polymorpher Lichtdermatose oder lymphomartigen Insektenstichreaktionen.

Ätiopathogenese

Unklar, Entität umstritten. Berichtet wurde über medikamentöse oder infektiöse (Borrelien, Leishmanien) Induktion der Symptomatik (ACE-Inhibitoren). Einige Autoren ordnen diese Hauterscheinungen als Variante eines Lupus erythematodes (Lupus erythematodes tumidus) ein. 

Manifestation

Keine Geschlechtspräferenz; Erwachsene unter 50 Jahren; über familiäres Auftreten wurde mehrfach berichtet.  

Lokalisation

Vor allem Gesicht: Stirn, Wangen; weiterhin Hals und  Nacken.

Klinisches Bild

Solitäre oder mehrere, symmetrisch oder asymmetrisch lokalisierte, symptomlose (kein Juckreiz, kein Schmerz), unterschiedlich große, meist scharf begrenzte, rötliche oder bräunlichrote, polsterartig erhabene, derbe, rundliche, ovale oder polygonale Plaques. Keine Schuppung, Verkustungen. Keine Ulzeration der Oberfläche.  Narbenlose Abheilung nach Wochen oder Monaten.   

Histologie

S.u. Differentialdiagnose und den jeweiligen Krankheitsbildern.

Differentialdiagnose

Bei den nachfolgend aufgeführten KRankheitsbildern handelt es sich nicht um "echte Differenzialdiagnosen" sondern um belastbare Enddiagnosen, die nach der klinischen  Primärdiagnose "Lymphocytic infiltration of the skin"  festgestellt werden konnten.

Therapie

S.u. den jeweiligen Diagnosen.

Literatur
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  1. Bahmer FA (1992) Therapie bei lymphozytischer Infiltration. Hautarzt 43: 663
  2. Morgan J et al. (1990) Satisfactory resolution of Jessner's lymphocytic infiltration of the skin following treatment with etretinat. Br J Dermatol 122: 570
  3. Dippel E et al. (2002) Familial lymphocytic infiltration of the skin: histochemical and molecular analysis in three brothers. Dermatology 204: 12-16
  4. Jessner M, Kanof NB (1953) Lymphocytic infiltration of the skin. 68: 447-449 Arch Dermatol 68: 447-449
  5. Schepis C et al. (2004) ACE-inhibitor-induced drug eruption resembling lymphocytic infiltration (of Jessner-Kanof) and Lupus erythematosus tumidus. Dermatology 208: 354-355
  6. Steinmann A et al. (1999) Palpable migratory acriform erythema and lymphocytic infiltration of the skin--different presentations of the same entity? Hautarzt 50: 270-274
  7. Toonstra J et al. (1989) Jessner's lymphocytic infiltration of the skin. Arch dermatol 125: 1525-1530
  8. Weyers W et al. (1998) LE or not LE- that is the question: An unusual attempt to separate lymphocytic infiltration from the spectrum of discoid lupus erythematosus. Am J Dermatopathol 20: 225-232
  9. Ziemer M et al. (2009)  Lymphocytic infiltration of the skin (Jessner-Kanof) but not reticular erythematous mucinosis occasionally represents clinical manifestations of Borrelia-associated pseudolymphoma. Br J Dermatol 161:583-590

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