Lotion

Zuletzt aktualisiert am: 15.01.2018

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

flüssige Emulsion; Lotionen; Lotions; Öl-in-Wasser-Emulsionen

Definition

Der Begriff "Lotion" oder Lotion ist missverständlich, da er im kosmetischen Sprachgebrauch für eine eine flüssige Emulsion (z.B. Bodylotion), also für eine O/W-Emulsions-"Salbe" (besser Creme) mit einem sehr hohen Wasseranteil (s.u. Ungt. emulsificans  aquosum) verwendet wird. Es können sowohl anionische als auch nichtionische Emulgatoren oder Komplexemulgatoren enthalten sein. Ebenso wie bei hydrophilen Cremes ist eine Konservierung erforderlich.

Der Begriff Lotio (z.B. Lotio alba aquosa) ist in der medizinisch-pharmazeutischen Nomenklatur im eigentlichen Sinne für eine  Schüttelmixtur belegt. Es ist jedoch empfehlenswert für flüssige Suspensionen den eindeutigen Begriff Schüttelmixtur zu verwenden.    

Wirkungen

Kühlende Wirkung. Durch die flüssige Konsistenz lassen sich Lotionen an bestimmten Hautstellen, wie behaarten bzw. intertriginösen Bereichen oder schwer zugänglichen Stellen, leichter als Cremes anwenden.

Inkompatibilität

Präparate

Asche Basislotio, Excipial U Hydrolotio, Lipoderm Lotion, La Roche-Posay Hydranorme W/O-Emulsion. 

Im NRF wird eine standardisierte Rezeptur mit der "hydrophilen Basisemulsion (NRFS.25.)" aufgeführt.   

Hinweis(e)

Inkompatibilität mit Salicylsäure bei Polyacryaltgel-haltigen Lotionen (z.B. Asche Basis Lotio): Der Einsatz von Polyacrylatgelen in Lotionen ist ein beliebter Kniff um eine optimale geschmeidige Konsistenz  einer Lotion herzustellen ohne die Fettkomponente zu erhöhen.

Das Polyacrylgel besitzt sein Stabilitätsoptimum bei pH 6-8. Salicylsäure wird als stärkere Säure (pH 2,4) aus dem Polyacrylat die schwächere Polyacrylsäure freisetzen. Damit bricht die Gelstruktur spontan zusammen, erkennbar  an einer spontanen Verflüssigung der Lotion bis hin zur Konsistenz einer Trinkmilch.

 

 

 

     

Literatur
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  1. Wolf G (2012) Inhomogenitäten bei Individualrezepturen. Hautarzt 63: 518-519

Tabellen

Verträglichkeit von Arzneistoffen in hydrophilen Lotionen

Acridinflaviniumchlorid 2%

Dexpanthenol 5%

Natriumchlorid 10%

Allantoin 0,5%

Dimetindenmaleat 1%

Neomycinsulfat 0,5%

Aluminiumchlorid 10%

Dimeticon 10%

Nicotinsäurebenzylester 3%

Ammoniumbituminosulfonat 10%

Diphenhydramin-HCl 2%

Nitrofurazon 0,2%

Amphotericin B 3%

Erythromycin 2%

Nystatin 100.000 IE/g

Anthrarobin 2%

Ethacridinlactat 1%

Oleum Pini 1,5%

Azulen 0,2%

Eucalyptol 10%

Pheniraminhydrogenmaleat 1,25%

Bacitracin 500 IE/g

Gentamicinsulfat 0,2%

Polyvidon-Jod 10%

Bamipin-HCl 2%

Harnstoff 10%

Prednisolon 0,5%

Benzocain 10%

Hydrarg. sulf. rubr. 1%

Procain-HCl 2%

Benzoylperoxid 5%

Hydrocortison 1%

Schwefel 5%

Betamethason-17-valerat 0,1%

Hydroxychinolinsulfat 0,5%

Sorbinsäure 0,1%

Bufexamac 5%

Kaliumiodid 3,5%

Sulfadiazin 5%

Calciumchlorid 5%

Kampher 5%

Sulfisomidin 5%

Chloramphenicol 1%

Lebertran 10%

Terpiniol 1,5%

Chlorphenoxamin-HCl 1,5%

Liq. alum. acet. 20%

Tinctura Myrrhae 3%

Chlortetracyclin-HCl 3%

Liq. carb. deterg. 10%

Tretinoin 0,1%

Chrysarobin 5%

Menthol 5%

Triamcinolonacetonid 0,1%

Clioquinol 5%

Merbromin 2%

Undecylensäure 5%

Clotrimazol 1%

Methylsalicylat 5%

Zinkoxid 10%

Dexamethason 0,1%

Milchsäure 5%

Zinkundecylenat 5%

 

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